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Wittenberg, 08.09.2020

Wittenberg wird herzsicherer Landkreis

Wittenbergs Herzen werden künftig sicherer sein: Der Landkreis und die Björn Steiger Stiftung gaben heute den Startschuss für das Projekt „Herzsicher“. An hoch frequentierten Orten stellt die Stiftung öffentlich zugängliche Laien-Defibrillatoren (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) zur Verfügung. Außerdem soll die Bevölkerung im Rahmen von kostenlosen Schulungen mit Wiederbelebungsmaßnahmen vertraut gemacht werden.

Die ersten drei Geräte befinden sich in den Dienstgebäuden der Kreisverwaltung: im Foyer des Kreishauses Breitscheidstraße 4, im historischen Landratsamt Breitscheidstraße 3 (im Eingangsbereich) sowie in der Außenstellen Fabrikstraße 1 (im Erdgeschoss, neben dem Haupteingang). Landrat Jürgen Dannenberg und Thomas Pflanz von der Björn Steiger Stiftung nahmen den AED im Kreishaus heute symbolisch in Betrieb. „Der Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Mit diesem handlichen Gerät können künftig Mitarbeitende und Besucher unserer Verwaltung im Notfall schnell und optimal Erste Hilfe leisten und somit Leben retten. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit der Björn Steiger Stiftung den gesamten Landkreis herzsicher machen können“, sagte Jürgen Dannenberg. Auch Thomas Pflanz freut sich über die neue Kooperation: „Je mehr Menschen diese Geräte kennen und sich den Einsatz zutrauen, desto mehr Menschen können vor dem Herztod gerettet werden. Ich möchte mich beim Landrat dafür bedanken, dass er dieses wichtige Thema hier in Wittenberg mit uns angehen möchte.“

Insgesamt sollen 130 AEDs im gesamten Kreisgebiet bereitgestellt werden. Die Stiftung sucht zudem das Gespräch mit den lokalen Hilfsorganisationen, um die Umsetzung der Wiederbelebungsschulungen zu planen. Auch andere Lebensretter-Projekte der Stiftung wie „Retten macht Schule“, „Sani Sanelli“ und „Ritter Björn“ für Kinder und Jugendliche werden als wichtige Bausteine der Herzsicherheit im Landkreis Wittenberg verankert.

Für den weiteren Projektverlauf ist die Björn Steiger Stiftung auf private und gewerbliche Sponsoren angewiesen. Denn erst in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort kann das Projekt gelingen. Es gehe darum, den Kreis umfassend herzsicher zu machen, betonte Pflanz. Jeder, der die Aufstellung eines neuen AED-Geräts finanziell unterstütze, anderweitig für die Arbeit der Stiftung spende oder eine Schulung besuche, leiste hierfür einen wichtigen Beitrag.

Die Björn Steiger Stiftung kämpft schon lange gegen den Herztod in Deutschland. Sie hat seit 2001 bereits rund 27.000 AED-Geräte in den Verkehr gebracht. 2013 startete das Projekt „Herzsicher“, inzwischen rüstet die Stiftung ganze Landkreise, Städte und Gemeinden mit Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Wiederbelebung.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufnummern 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall und dem Frühgeborenentransport.

Weitere Informationen:

Anna Eberchart

Björn Steiger Stiftung
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