Deutschlands Notfallversorgung braucht Reform: Erstmals Patientensteuerung zur besseren Steuerung der Versorgung möglich

„Die Reform in der Notfallversorgung ist überfällig, damit unnötiges Leid und lebensbedrohliche Verzögerungen im Rettungsdienst verhindert werden“, erklärt die gemeinnützte Björn Steiger Stiftung mit ihrem Expertengremium „Forum Rettungsdienst“. Derzeit sind Notfallpatientinnen und -patienten und Angehörige im deutschen Gesundheitssystem vielfach verloren, denn es gibt niemanden der sie lotsen kann, wie die auf den Rettungsdienst spezialisierte Stiftung betont. Hilfesuchende, die sich in einer persönlichen Ausnahmesituation befinden, müssen selbst wissen, ob sie ein Notfall für die 112 sind, ärztlichen Rat über die 116117 einholen sollen oder auf andere Hilfsangebote zurückgreifen können. Die Systeme, auf die Hilfesuchende bislang treffen, sind untereinander völlig unkoordiniert, beklagen die Rettungsdienst-Experten. Keiner bietet bislang den Hilfesuchenden eine Steuerung oder Gesundheitsberatung an oder ist in der Lage, sie zu lotsen. Das ist die Realität in Deutschland heute - und dies zudem Tag für Tag. Die Folge ist eine Fülle an Belastungen für die Hilfesuchenden sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rettungsdienst, den Notaufnahmen sowie für die Ärztinnen und Ärzte. Die nicht vorhandene Steuerung gefährdet Menschenleben bei Fehleinschätzungen und führt auf der anderen Seite zu einem großen Aufkommen von Patientinnen und Patienten im Rettungsdienst und in den Notaufnahmen, die dort nicht hingehören und Kapazitäten für lebensbedrohliche Notfälle blockieren.

Die Björn Steiger Stiftung mit ihrem Expertengremium „Forum Rettungsdienst“, dem namhafte Vertreterinnen und Vertreter der Notfallmedizin, der Hilfsorganisationen, der Krankenkassen, der Rettungsdienst-Aufsichten und aus deutschen Hochschulen angehören, bewertet in diesem Zusammenhang die vierte Stellungnahme und Empfehlung der „Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung" unter dem Titel „Reform der Notfall- und Akutversorgung in Deutschland Integrierte Notfallzentren und Integrierte Leitstellen“ vom 13. Februar 2023 als bahnbrechend für die Notfallpatientinnen und -patienten und medizinische Hilfe suchenden Menschen ebenso wie für alle Menschen, die in der Notfallversorgung und dem Rettungsdienst arbeiten.

In der Stellungnahme fordert die Regierungskommission, dass eine Patientensteuerung durch eine integrierte Leitstelle erfolgt, die die Hilfesuchenden in die geeignete Struktur leitet. Das Expertengremium der Björn Steiger Stiftung unterstützt die Einrichtung der integrierten Leitstellen mit Nachdruck. Diese muss über verschiedene Rufnummern erreicht werden, insbesondere über die 112 und 116117. Die 112 ist und bleibt eine Notrufnummer und muss unverzüglich, innerhalb 60 Sekunden, angenommen werden. Die Vorgabe im Reformpapier, dass die Rufnummer 116117 innerhalb drei Minuten in 75 Prozent der Fälle in der integrierten Leitstelle bedient werden muss, wird eine Vielzahl von unnötigen Rettungsdiensteinsätzen vermeiden. Denn die Bevölkerung greift derzeit bei langen Wartezeiten auf die Notrufnummer 112 zurück.

Zusätzlich sind Strukturen zu schaffen, die sicherstellen, dass Notruf und Medizinberatung von - jeweils nach Aufgabe qualifizierten - Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bearbeitet werden. Aus Sicht des Expertengremiums muss die integrierte Leitstelle auch Zugriff auf Telemedizin, Videosprechstunde, kinderärztliche telemedizinische Beratung, Patientenakte und E-Rezepte haben - ebenso wie auf den Krankentransport und Krankenfahrdienst. Die Kommunikation mit Online-Dolmetscherdiensten ist sicherzustellen, genauso die wohnortnahe pflegerische oder soziale Akut- und Notfallversorgung – beispielsweise Palliativ-Versorgung.

Der Vorschlag der Regierungskommission muss jetzt ohne zeitliche Verzögerung umgesetzt werden, so das Expertengremium.

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