Rettungsdienst

 

Rettungsdienst: ein Dauerbrenner der Stiftungsarbeit

Die Björn Steiger Stiftung (anfangs noch „Rettungsdienst Stiftung Björn Steiger e. V.) setzt sich seit ihrer Gründung dafür ein, die Notfallhilfe in Deutschland zu verbessern und Korrekturen bei vorhandenen Defiziten im Rettungswesen durchzusetzen. Die Tatsache, dass es 1969 in Deutschland keinen organisierten Rettungsdienst gab, führte zur Gründung der Stiftung. Der achtjährige Björn Steiger, der am 3. Mai 1969 in Winnenden von einem Auto erfasst wurde, hätte bei schneller professioneller Hilfe wohl überlebt. Dies war aber nicht der Fall – und so setzten sich Ute und Siegfried Steiger nach dem tragischen Tod ihres Sohnes fortan dafür ein, ein modernes Rettungswesen auf den Weg zu bringen.
Notrufsäulen am Straßenrand, bundesweit einheitliche und kostenlose Notrufnummern 110/112, 24-Stunden-Notarztstystem, BOS-Sprechfunk im Rettungsdienst, Luftrettung: Das alles und viel mehr, was heute für uns im Rettungswesen ganz selbstverständlich ist, wurde von der Björn Steiger Stiftung mit auf den Weg gebracht. In ihrer bewegten Geschichte konnte sie viel erreichen. Auch heutzutage begreift sich die Björn Steiger Stiftung als Motor und Schrittmacher des Rettungswesens. Sie macht Defizite aus, legt den Finger in offene Wunden, arbeitet aber vor allem – sofern gewünscht – konstruktiv mit, um das System zu verbessern.

Historie >

Rettungsdienst in Deutschland im Wandel

Aktuell steht der Rettungsdienst in Deutschland vor gewaltigen Herausforderungen: Steigende Einsatzzahlen bei wachsendem Personalmangel, sehr gute, aber auch alarmierend schlechte Notfallversorgung in einigen Regionen und Patienten, die ohne Lotsen im Gesundheitssystem auf sich allein gestellt sind – dies sind nur einige Beispiele. Ein zentrales Problem sind fehlende bundesweite bzw. bundesweit einheitliche Vorgaben, was Aus- und Fortbildung, strukturierte Notrufabfragen, Versorgung von Notfallpatienten sowie Datenerfassung und -auswertung betrifft. Aktuell klaffen zwischen den einzelnen Bundesländern – und sogar zwischen einzelnen Regionen innerhalb eines Bundeslands – große Qualitätslücken. Dies macht Überleben zu einer Frage des Standorts und damit des Zufalls.

Auf Missstände hinweisen und konstruktiv mitarbeiten

Im Juli 2019 veranstaltete die Björn Steiger Stiftung den Kongress „Wege zum Rettungsdienst der Zukunft“ in Berlin. Der Kongress beschäftigte sich mit der Verbesserung des Rettungsdienstes in Deutschland. Für die fachliche Vorarbeit sorgte seit 2017 die bundesweite Arbeitsgruppe Forum Rettungsdienst. Das Forum Rettungsdienst arbeitet auch nach dem Kongress weiter, stellt Forderungen auf und setzt bewusst auf den intensiven Austausch von internationalen Experten verschiedener Fachbereiche – darunter die Bereiche Rettungsdienst, Medizin, Wissenschaft und Verwaltung. Auf diese Weise werden relevante Akteure zum Handeln aufgefordert, um die Situation zu verbessern.

Fachkongress >

Auch darüber hinaus sucht die Björn Steiger Stiftung kontinuierlich das Gespräch mit Behörden, Institutionen, Organisationen und Gruppen, die notwendige Impulse zum Thema Rettungsdienst aussenden und aufnehmen können. Darunter unter sind unter anderem der GKV-Spitzenverband als zentrale Interessensvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, das Bundesgesundheitsministerium, der Fachverband Leitstelle, Rettungsdienstleiter, Verbraucherschützer, Patientenvertreter und der Gemeinsame Bundesausschuss.