Ausblick

 
Patientensteuerung - jetzt! Leitstellen als „Türöffner“ in das Gesundheitswesen
Veranstaltung der Björn Steiger Stiftung und von Hashtag Gesundheit e. V. am 24. März 2021 via ‚ZOOM‘
Deutschland, deine Leitstellen...! Blick auf eine kaum bekannte, rettungsdienstliche „Großbaustelle“: Deutschland verfügt über eine sehr vielfältige bzw. wenig einheitliche Leitstellenstruktur. Diese besteht aus Leitstellen für je einen Landkreis oder eine kreisfreie Stadt bis hin zu einer Leitstelle für ein ganzes Bundesland. In nur wenigen Bundesländern sind die Leitstellen redundant vernetzt, bezüglich kritischer Infrastruktur (Strom- oder Telefonnetze) fehlen mancherorts Ausfallkonzepte. Strukturierte Notrufabfrage und AML Notrufortung sind immer noch nicht überall umgesetzt - und auch die Telefonreanimation ist nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel.

Abhilfe könnte der Blick zu unseren Nachbarn schaffen: In Österreich ist die Leitstelle gewissermaßen ein Callcenter für alle medizinischen Belange. Dies reicht von der Medizinberatung und der Terminvermittlung über das Ausstellen eines Folgerezeptes im Notfall bis hin zum Einsatz des Hausbesuchsdienstes - und wenn unvermeidbar bzw. in den notwendigen Fällen natürlich auch zum Einsatz von Notärztinnen und Notärzten und Rettungswagen. Das komplette Gegenteil erleben wir in Deutschland - Tag für Tag. Bei uns wird eher nach dem Motto: „Bei Anruf: Rettungsmittel!“ gehandelt. Viel mehr Handlungsspielraum besteht meistens nicht. Zudem hat die Kassenärztliche Vereinigung inzwischen eigene mehr oder weniger gut funktionierende Strukturen über die telefonische Rufnummer 116117 für den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst aufgebaut, die meistens nicht mit der 112 vernetzt sind. Ergebnis im Alltag: Wenn zu viel Zeit vergeht, bis der über die 116117 gerufene KV-Arzt kommt, wird die Notrufnummer 112 gewählt - und Patientinnen und Patienten kommen schnell in die oftmals überfüllten Notaufnahmen.

Der grundsätzliche Reformbedarf mit Blick auf die Notfallversorgung in Deutschland ist überdeutlich. Aber kann das österreichische Modell auch für Deutschland umsetzbar und zielführend sein? Wie wahrscheinlich wäre eine zügige Umsetzung in Deutschland? Welche politischen Voraussetzungen bestünden dafür? Zu diesen und anderen Fragen möchten Hashtag Gesundheit e. V. und wir digital mit rettungsdienstlichen und gesundheitspolitischen Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen.
Wir freuen uns auf ein moderiertes Fachgespräch via ZOOM am 24. März 2021 (18:00 Uhr bis ca. 20:15 Uhr), zudem für 500 Gäste die Teilnahme möglich ist.
Programm

18:00 Uhr Begrüßung und Vorstellung der Gäste (Pia Graß (#Gesundheit) und Nicolas Basse (BSS))

18:15 Uhr Impulsvortrag Christof Chwojka (Leiter „144 Notruf Niederösterreich“)

18:30 Uhr Diskussion mit Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB (Bündnis 90/Die Grünen, Sprecherin der Bundestagsfraktion für Gesundheitsförderung), Michelle Nilles (Vereinsmitglied #Gesundheit, Notfallsanitäterin), Christof Chwojka (s. o.) und Pierre-Enric Steiger (Björn Steiger Stiftung, Präsident) - Moderation: Rebecca Beerheide (Leiterin Politische Redaktion „Deutsches Ärzteblatt“)

19:30 Uhr Fragen aus dem Publikum

20:00 Uhr Schlusswort (Pia Graß (#Gesundheit) und Nicolas Basse (BSS))
Veranstaltungslink und Zugang

ZOOM

Meeting-ID: 896 7276 9084, Kenncode: 364103