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Winnenden, 17.12.2018
Rettungsgassen im Reiseverkehr

Zu wenig Platz für Rettungskräfte: Lkw sollen im Stau auf die rechte Spur

Lastkraftwagen (Lkw) sollen sofort auf die rechte Fahrspur wechseln, wenn es zum Stau kommt. Die Björn Steiger Stiftung fordert die Politik vor dem Weihnachts-Reiseverkehr auf, dies schnellstmöglich zur gesetzlichen Vorschrift zu machen. Der Grund: Muss eine Rettungsgasse gebildet werden und Lkw stehen noch auf der mittleren oder linken Spur, macht das die Gasse enger. „Das kann fatale Folgen haben“, warnt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. „Der Rettungswagen kommt nicht immer sofort durch. Die Rettungskräfte brauchen länger, um bei den Verletzten zu sein. Das kostet wertvolle Zeit.“

Hier müsse der Gesetzgeber gegensteuern, so Steiger. Klare Vorschriften und deutliche Sanktionen bei Verstößen können dabei helfen, das öffentliche Bewusstsein für die Notwendigkeit einer richtig gebildeten Rettungsgasse zu schärfen. „Dass es bei Unfällen um Leben und Tod gehen kann, ist leider nicht immer allen klar oder wird schlicht verdrängt“, sagt Steiger weiter. Umso wichtiger sei es, konstant darauf hinzuweisen, dass es gerade bei hohem Verkehrsaufkommen jeden treffen könne. Im Umkehrschluss könne aber auch jeder durch richtiges Verhalten mit dazu beitragen, Leben zu retten, betont der Stiftungspräsident.

Die Bildung einer Rettungsgasse im Stau ist einfach: Fahrzeuge auf der linken Fahrspur fahren so weit wie möglich nach links, Fahrzeuge auf der mittleren und auf der rechten Spur dagegen nach rechts. Auf diese Weise entsteht eine Gasse. Sie lässt Polizei- und Rettungswagen im Prinzip genug Platz, um schnell am Unfallort zu sein. Allerdings hapert es an der praktischen Umsetzung. Laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) funktionierte das Bilden einer Rettungsgasse in 80 Prozent der beobachteten Fälle nicht richtig. Den Angaben zufolge ließen in einem Drittel der Fälle die Fahrer die Rettungskräfte nur nach Aufforderung durch. Teilweise zeigten Fahrer überhaupt keine Reaktion. Nach Einschätzung der Björn Steiger Stiftung sind auch Lkw ein Problem, die im Stau auf der mittleren oder linken Spur bleiben – zusätzlich zu denen, die sowieso schon auf der rechten Spur stehen. Manchmal wollen Lkw-Fahrer von sich aus nicht die Fahrspur wechseln. Häufig kommt es aber auch vor, dass sie von Pkw-Fahrern auf anderen Spuren ignoriert und am Einordnen gehindert werden.

Es geht nicht darum, Lkw-Fahrer pauschal als Rettungsbremser hinzustellen“, stellt Pierre Steiger klar. „Oft genug sind es auch die Autofahrer, die nur an das eigene Vorankommen denken.“ Alle Verkehrsteilnehmer seien aufgefordert, Umsicht walten zu lassen und im Stau einen Notfall immer mit zu bedenken. Nach Ansicht Steigers könne die Politik mit einem entsprechenden Gesetz hier noch zusätzlich für Schub sorgen.

Die Björn Steiger Stiftung engagiert sich umfassend für die Verbesserung der Notfallhilfe in Deutschland. Mit auffälligen und gut sichtbaren Aufklebern, die am Auto angebracht werden, sensibilisiert sie die breite Öffentlichkeit für das Thema Rettungsgasse. Wer Interesse an einem solchen Aufkleber hat, kann eine E-Mail an die Adresse info@steiger-stiftung.de schicken.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

Björn Steiger Stiftung
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