Presse

 
Ludwigshafen am Rhein, 04.12.2019
„Retten macht Schule“ in Rheinland-Pfalz

Schulung für Lehrer in Ludwigshafen

In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Ludwigshafen (BG Klinik) fand eine Schulung zum Thema Wiederbelebung für Lehrer dreier Gymnasien statt. Diese Lehrkräfte nehmen am Projekt „Retten macht Schule“ der Björn Steiger Stiftung teil, das die Ausbildung von Schülern in Reanimation ermöglicht. Die Schulung leitete Dr. Stefan Studier-Fischer, Oberarzt in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie an der BG-Klinik, der das Projekt in Rheinland-Pfalz unterstützt. „Es war spannend zu sehen, wie gut die Teilnehmer während der Wiederbelebungsübungen kommunizierten und sich in der Herzdruckmassage abwechselten“, sagte Studier-Fischer.

Das Konzept von „Retten macht Schule“ ist einfach: Im ersten Schritt bringen Mitarbeiter der Stiftung den Lehrkräften weiterführender Schulen Wiederbelebungstechniken wie die Herzdruckmassage und die Anwendung eines Laien-Defibrillators (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) bei. Im zweiten Schritt können diese Lehrer ihr Wissen über Reanimation dann eigenständig an ihre Schüler weitergeben. Teilnehmende Schulen verpflichten sich im Rahmen des Projekts, das Thema Wiederbelebung für mehrere Jahre mit in den Lehrplan aufzunehmen. Dafür erhalten sie Übungspuppen, ein Handbuch sowie ein Übungs-AED-Gerät. Den Schulen wird außerdem ein einsatzbereites AED-Gerät zur Verfügung gestellt, das gut zugänglich im Schulgebäude für den Notfall bereitsteht.

An der Schulung nahmen Lehrkräfte des Max-Planck-Gymnasiums und des Theodor-Heuss-Gymnasiums aus Ludwigshafen sowie des Lise-Meitner-Gymnasiums in Maxdorf teil. Dr. Studier-Fischer unterstützt das Projekt „Retten macht Schule“ und übernahm die fachliche Betreuung und Umsetzung der Lehrerschulung. Organisiert wurde die Veranstaltung mit der Unterstützung des Rotary Club Bad Dürkheim. Nach einer theoretischen Einführung konnten die Lehrer ihr Wissen in praktischen Übungen vertiefen. Dazu gehörte die Herzdruckmassage und die Verwendung eines AED-Geräts. Nach der Schulung erhielten die Lehrkräfte die Übungspuppen der Björn Steiger Stiftung für ihre Schulen, um damit den Unterricht zum Thema Wiederbelebung durchführen zu können.

Die Idee für „Retten macht Schule“ entstand 2007. Nach zweijähriger Planungsphase startete das Pilotprojekt 2009 an weiterführenden Schulen in Berlin. Nach und nach kamen weitere Bundesländer hinzu. 2018 begannen erste Gespräche für eine Projektumsetzung in Rheinland-Pfalz. Dort setzt die Björn Steiger Stiftung das Projekt zusammen mit ihren Partnern um. Mit dabei ist unter anderem das Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz und die Stiftung Paula Wittenberg. Aktuell werden die Schulen im südlichen Rheinland-Pfalz in das Projekt integriert. Perspektivisch ist die flächendeckende Umsetzung im ganzen Bundesland geplant.

Gegenwärtig plant Dr. Studier-Fischer für das Frühjahr 2020 eine weitere Schulung für Lehrkräfte in Ludwigshafen. Weitere Schulen sollen die Möglichkeit erhalten, sich an „Retten macht Schule“ zu beteiligen.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

Björn Steiger Stiftung
Max-Eyth-Straße 7
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-215
F +49 7195-30 55-912
E pressestelle@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de