Presse

 
Flöha, 19.09.2019
Kampf dem Herztod: Ersthelfer können Betroffene jetzt effektiv versorgen

REWE-Markt im sächsischen Flöha mit Laien-Defibrillator ausgerüstet

Kommt es im REWE-Markt im mittelsächsischen Flöha zu einem Herzstillstand, kann ab jetzt effektiv Erste Hilfe geleistet werden. Die Björn Steiger Stiftung, die sich bundesweit für eine bessere Notfallhilfe einsetzt, hat in der Marktfiliale im Bäckereibereich einen Laien-Defibrillator (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) montiert. Thomas Pflanz, Projektkoordinator der Stiftung, und Marktleiter Ralf Ruscher trafen sich heute zur offiziellen Übergabe des AED-Geräts. Die Mitarbeiter des Markts bekamen anschließend von der Stiftung eine Kurzeinweisung, um als potenzielle Ersthelfer zu wissen, wie der „Defi“ im Notfall bedient wird. Durch die Kurzschulungen werden eventuell vorhandene Hemmschwellen beim Thema Erste Hilfe abgebaut. „Das Engagement gegen den Herztod, das die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des REWE-Markts mit der Aufstellung des AED-Geräts zeigen, verdient großen Respekt“, sagte Pflanz.

Der Herztod fordert allein in Deutschland rund 100.000 Opfer pro Jahr. Dabei haben Betroffene bei schneller Erster Hilfe eine realistische Überlebenschance. Pro Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit nach Eintreten des Herzstillstands um zehn Prozent, wenn überhaupt keine Erste Hilfe erfolgt. Dagegen liegt die Überlebenschance bei realistischen 50 bis 70 Prozent, wenn Ersthelfer sofort nach dem Stillstand mit einer Herzdruckmassage beginnen und ein Laien-Defibrillator innerhalb der ersten drei Minuten zum Einsatz kommt. Solch ein AED-Gerät bringt mithilfe von Stromimpulsen und in Kombination mit einer Herzdruckmassage ein aus dem Takt geratenes Herz wieder in den richtigen Rhythmus.

Der Laien-Defibrillator ist in der REWE-Filiale im Bereich der Bäckerei angebracht. Dieser Bereich ist auch sonntags geöffnet. Somit kann das Gerät im Notfall an allen sieben Wochentagen zu den entsprechenden Öffnungszeiten erreicht und eingesetzt werden. „Im Falle eines Falles ist das Gerät ab jetzt vor Ort und wir können helfen“, freute sich Marktleiter Ruscher. Ruscher hat durch die Herzkrankheit seines Vaters einen persönlichen Bezug zum Thema. Dass beim Herztod effektiv eingegriffen werden kann und sollte, steht für ihn außer Frage. Stiftungs-Koordinator Pflanz dankte dem Leiter und der Belegschaft des Markts für diesen Einsatz. Die Björn Steiger Stiftung kämpfe seit 50 Jahren dafür, Leben zu retten, betonte Pflanz. Um Projekte in Sachen Lebensrettung effektiv voranzutreiben, sei sie aber immer wieder auf engagierte Helfer angewiesen. „Auf Ralf Ruscher und sein Team können wir dabei zählen“, so Pflanz.

Die Björn Steiger Stiftung arbeitet schon seit Jahren gegen den Herztod. Sie stattet seit 2013 ganze Landkreise und Städte mit Laien-Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Erster Hilfe. Seit 2001, als der Kampf gegen den Herztod begann, hat die Stiftung schon rund 26.000 Laien-Defibrillatoren in den Verkehr gebracht.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

Björn Steiger Stiftung
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