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Veringenstadt, 10.10.2018

Ritter Björn zeigt: Auch die Kleinen können Erste Hilfe leisten

Was ist zu tun, wenn sich Oma plötzlich nicht mehr bewegt? Wer kann helfen – und vor allem: wie schnell? Diese Fragen beantwortet die neue bundesweite Initiative „Ritter Björn“ der Björn Steiger Stiftung. Das Projekt, das jetzt offiziell in einer Kindestagesstätte in Veringenstadt in Baden-Württemberg gestartet ist, richtet sich an Kinder ab vier Jahren bis zur Einschulung. „Auch die Kleinen sind schon in der Lage, in einer Notlage oder nach einem Unfall Erste Hilfe zu leisten“, sagt Birgit Sturm, Projektleiterin der Björn Steiger Stiftung. „Sie gehen unbefangen an das Helfen heran und können großartig trösten.

„Ritter Björn“ führt die Vorschulkinder altersgerecht, interaktiv und vor allem spielerisch in die Thematik ein: Der Ritter Björn – eine aufwendig und in Handarbeit genähte und geschneiderte Puppe – erlebt zusammen mit den Kindern Geschichten, die vorgelesen werden. Immer wieder stellt oder beantwortet er Fragen und macht sein junges Publikum vor allem auf ernste Situationen in den Geschichten aufmerksam. Ein Mal sinkt die Oma beim Spielen in sich zusammen, ein anderes Mal fällt ein Mädchen auf dem Spielplatz von der Schwebebrücke. „Die Kinder lernen, eine Notfallsituation als solche zu erkennen. Dann wird geübt, wie man richtig reagiert “, sagt Sturm. Es gehe darum, Kindern beizubringen, eine Notlage sicher und selbstbewusst zu meistern.

Denn richtig helfen lässt sich lernen. Dazu zählt, sich die Notrufnummer 112 einzuprägen und am Telefon ruhig und deutlich die W-Fragen zu beantworten, beispielsweise: Wer ruft an, wo befindet sich der Anrufer und was genau ist passiert? Dazu zählt aber auch, an öffentlichen Orten laut und verständlich um Hilfe zu rufen und auf sich aufmerksam zu machen. All dies übt Ritter Björn mit seinem jungen Publikum ein. Die Kinder führen auch Trainings-Anrufe mit einer speziell von der Stiftung entwickelten Übungs-App durch. Dann nimmt Projektleiterin Sturm die Rolle einer Leitstellen-Mitarbeiterin ein und spricht am Telefon mit dem anrufenden Kind. Je nach Alter machen die jungen Ersthelfer auch praktische Übungen und trainieren beispielsweise die stabile Seitenlage.

Ziel der Stiftung ist es, mit „Ritter Björn“ 120 Kindertagesstätten im Jahr zu erreichen. Der Anfang ist mit Veringenstadt gemacht. Es folgen im Oktober und November weitere Kindertagesstätten in Baden-Württemberg, darunter Freiberg am Neckar, Marbach und Burgstetten. Nach und nach sollen Radius und Umfang des Projekts erweitert werden. Die Björn Steiger Stiftung sucht daher Interessierte, die als ehrenamtliche Mitarbeiter dabei helfen, „Ritter Björn“ perspektivisch deutschlandweit in die Kindertagesstätten zu bringen. „Wir freuen uns über qualifizierte Unterstützung und werden sicherstellen, dass wir unseren Helfern das richtige Know-how mit auf den Weg geben“, sagt Projektleiterin Sturm. Interessierte werden vor dem Einsatz gründlich von Sturm und ihrem Team geschult und auf die Aufgaben vorbereitet.



Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

Björn Steiger Stiftung
Petristraße 12
71364 Winnenden
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F +49 7195-30 55-912
E t.langenbach@steiger-stiftung.de
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