Presse

 
Leipzig, 22.08.2019
Frühchen kommen sicher ans Ziel – dank schonendem und sicherem Transport

Leipziger Baby-Notarztwagen „Felix“ ist schon 500 Mal gefahren

Der Baby-Notarztwagen „Felix“ der Björn Steiger Stiftung hat am Standort Leipzig seine 500. Fahrt hinter sich gebracht. In Dienst gestellt wurde das Fahrzeug vom Typ Mercedes-Benz Sprinter 516 CDI, das jetzt rund 43.000 Kilometer absolviert hat, vor noch nicht einmal zweieinhalb Jahren, am 3. April 2017. „Unser Leipziger ‚Felix‘ ist für alle Beteiligten eine Erfolgsgeschichte: für behandelnde Ärzte, für den Rettungsdienst, für uns als Stiftung – und natürlich für die vielen Familien, denen wir helfen konnten“, freut sich Thomas Pflanz, Leiter des Projekts „Baby-Notarztwagen“ bei der Björn Steiger Stiftung. „Die Zahlen zeigen: ‚Felix‘ wurde und wird gebraucht“, so Pflanz weiter.

Der von der Björn Steiger Stiftung entwickelte Baby-Notarztwagen sorgt dafür, dass Frühchen und kranke Säuglinge sicher und schonend transportiert werden können. Das Fahrzeug kommt meistens bei Verlegungsfahrten zwischen Geburts- und Spezialklinik zum Einsatz. Gewährleistet wird der sichere und leise Transport unter anderem durch eine spezielle Dämpfung, eine Akustikdämmung und ein bedienerfreundliches Be- und Entladesystem. Zudem ist der Transportinkubator, ein mobiler Brutkasten, quer zur Fahrtrichtung positioniert. Denn wenn das Fahrzeug bremsen muss, können beim Längstransport hohe Kräfte auf den Säugling einwirken. Dabei können Hirnblutungen oder Hirnquetschungen entstehen. Beim Quertransport ist die Gefahr viel geringer – wenn überhaupt vorhanden. Auch die Betreuung und medizinische Versorgung der kleinen Patienten ist beim Quertransport viel einfacher.

In Leipzig fordern das Universitätsklinikum Leipzig, das Klinikum St. Georg und das Herzzentrum (HELIOS) den Wagen an, wenn ein Transport nötig ist. „‚Felix‘ ist eine große Hilfe“, sagt Prof. Dr. med. Ulrich Thome, Leiter der Neonatologie und damit eines großen Zentrums zur Frühchenversorgung am Universitätsklinikum Leipzig. „Die technischen Gegebenheiten des Fahrzeugs ermöglichen es uns, risikofreie Transporte durchzuführen und unseren kleinen Patienten größtmöglichen Schutz und Komfort zukommen zu lassen.“ „Felix“ war bei seinen 500 Fahrten schon in vielen Orten Sachsens und darüber hinaus unterwegs, um seine kleinen Patienten in die Kliniken nach Leipzig zu bringen: Rodewisch, Erfurt, Meißen, Torgau, Dresden, Zwickau, Cottbus und Halle wurden genauso angesteuert wie das slowenische Ljubljana.

Dass dabei jede Fahrt eine Reise ins Leben ist, zeigt das Beispiel des kleinen Paul (Name geändert). Paul kam am 27. April 2019 gegen 6 Uhr morgens ganze 15 Wochen zu früh im Krankenhaus im sächsischen Wurzen zur Welt. Schon davor hatte das Krankenhaus die Information, dass sich ein Frühchen ankündigte, nach Leipzig weitergegeben: Das Kind würde schnell in eine Spezialklinik verlegt werden müssen, lautete die Meldung. „Felix“ rückte kurz nach der Alarmierung aus in Richtung Wurzen. Paul wurde von den Ärzten stabilisiert und für die Fahrt vorbereitet – immer in enger Abstimmung mit den besorgten Eltern. „Vor der Fahrt konnten Mutter und Kind noch zusammen ihren ersten Hautkontakt erleben“, erzählt Prof. Thome. „Das war für alle Beteiligten ein emotionaler Moment.“ Was folgte, war ein sanfter Transport ohne Komplikationen in das Universitätsklinikum Leipzig. Nach 40 Minuten war es geschafft. „Vor Ort in Leipzig konnten wir Paul dann weitergehend und optimal versorgen“, so Prof. Thome weiter. Paul ist auf einem guten Weg. Die Entlassung nach Hause ohne medizinische Hilfen steht bevor.

Pauls Geschichte steht beispielhaft für all die Fälle, bei denen „Felix“ als überlebenswichtiges Bindeglied zwischen Geburts- und Spezialklinik, wenn ein Transport unumgänglich ist, zum Einsatz kommt. Die Björn Steiger Stiftung hat sich in ihrer Geschichte schon früh mit der Thematik des sicheren Neugeborenentransports beschäftigt: Bereits im Jahr 1974 war sie für die Entwicklung und Indienststellung des ersten Baby-Notarztwagens verantwortlich. Mit „Felix“ stellte sie 2012 die fünfte, jüngste und technisch völlig neu entwickelte Generation eines solchen Fahrzeugs vor. Aktuell ist „Felix“ neben Leipzig noch an den drei weiteren aktiven Standorten Oldenburg, Chemnitz und Halle (Saale) stationiert.

Der Baby-Notarztwagen erhält viel öffentlichen Zuspruch – auch von Kristin Meyer, die sich ehrenamtlich als Botschafterin für die Björn Steiger Stiftung engagiert. Die Schauspielerin („Unter uns“, „GZSZ“, RTL) ist selbst Mutter von Zwillingen, die zu früh auf die Welt kamen. „Ich kann mich gut in die Ängste und Sorgen betroffener Eltern einfühlen“, sagt Meyer. „Daher weiß ich, was für ein Segen ‚Felix‘ ist. Hier geht es um nichts weniger als um den Start ins Leben. Für mich ist es eine Herzensangelegenheit, mich dafür einsetzen, dass dieser Start mit ‚Felix‘ gelingt!“


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

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