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Stadtallendorf, 20.08.2018

„Herzsicherer Landkreis Marburg-Biedenkopf": Stadtallendorf ist dabei

Seit kurzem ist nun auch das Rathaus in Stadtallendorf mit einem Laien-Defibrillator (AED) ausgestattet. Mit den mobilen Geräten lassen sich bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand automatisch Stromimpulse setzen, um dem aus dem Takt geratenen Herz Starthilfe geben zu können. Das Gerät ist in einem Wandkasten im Eingangsbereich leicht zugänglich und mit dem offiziellen AED-Hinweisaufkleber, ein weißes Herz mit Blitz und Kreuz auf grünem Hintergrund, gekennzeichnet. Finanziert hat das Gerät der in Stadtallendorf ansässige Hersteller von Beschlagsystemen Hoppe AG. „Jeder kann bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand mit der Herzdruckmassage und einem Laien-Defibrillator Leben retten – vorausgesetzt, ein Gerät ist in nächster Nähe verfügbar. Zeit ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Hilfe. Deshalb war ich, als ich die entsprechende Anfrage bekam, gerne bereit, das Projekt zu unterstützen, das die flächendeckende Versorgung des Landkreises mit den Geräten zum Ziel hat“, sagte Wolf Hoppe, Vorstand der Hoppe AG.

Die wichtigste Rolle bei einem plötzlichen Herzstillstand spielen die Ersthelfer. Sie setzen den Notruf ab, leisten Erste Hilfe und stellen so die Weichen für alle anderen Schritte: Notarzt, Rettungsdienst und Klinik. Mit diesem Projekt können wir die Rolle der Ersthelfer stärken und weiter ausbauen, damit sie noch besser helfen können“, sagte Landrätin Fründt. Dies sei ein weiterer Baustein der Sicherheitsarchitektur in der Region.

Im gesamten Landkreis sollen an verschiedenen, öffentlichen und stark frequentierten Orten AED-Säulen aufgestellt werden. Im ersten Schritt erhält jede Gemeinde ein Gerät. Ergänzend zu den öffentlichen kostenlosen Schulungen für die Bevölkerung plant die Stiftung ihre Projekte für Schulen und Kindergärten im Landkreis umzusetzen. So soll sichergestellt werden, „dass sich nach und nach alle Bürgerinnen und Bürger – egal welchen Alters – Erste-Hilfe-Maßnahmen zutrauen und auf dieses Weise die Herzsicherheit in der Region deutlich erhöht wird“, so die Landrätin. Da sei es nur folgerichtig und konsequent, die Rettungskette weiter auszubauen. Die Björn Steiger Stiftung finanziert das Projekt und wirbt dafür um Spenden.

Hintergrundinformationen

Der plötzliche Herztod ist mit 100.000 Opfern jährlich eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Betroffenen haben meist nur eine Chance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird und ein AED-Gerät (Automatisierter Externer Defibrillator) zum Einsatz kommt. Der AED ist selbsterklärend und gibt nach Einschalten alle notwendigen Schritte akustisch vor — der Laie kann nichts falsch machen.

Neue AED-Standorte:

Rathaus Cölbe, Kasseler Straße 88, 35091 Cölbe, Eingangsbereich
Bürgerhaus Dautphe, Am Bürgerhaus 1, 35232 Dautphe, Eingangsbereich
Gemeindehaus Dreihausen, Dreihäuser Straße 8, 35085 Ebsdorfergrund, Eingangsbereich
Bürgerhaus Fronhausen, Bergstraße 1, 35112 Fronhausen, Eingangsbereich
Rathaus Fronhausen, Schulstraße 19, 35112 Fronhausen, Eingangsbereich
Bürgerbüro Kirchhain, Am Markt 6-8, 35274 Kirchhain, Eingangsbereich
Lahnfelshalle, Otto-Ubbelohde-Weg 21A, 35094 Lahntal, Eingangsbereich
Rathaus Lohra, Heinrich Naumann-Weg 2, 35102 Lohra, Eingangsbereich
Rathaus Stadtallendorf, Bahnhofstraße 1, 35260 Stadtallendorf, Eingangsbereich
Rathaus Wohratal, Halsdorfer Straße 56, 35288 Wohratal, Eingangsbereich


Bereits bestehende AED-Standorte können online unter folgendem Link eingesehen werden: www.steiger-stiftung.de/initiativen/kampf-dem-herztod/100000-leben-zu-retten/marburg-biedenkopf


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

Weitere Informationen:

Anna Eberchart

Björn Steiger Stiftung
Petristraße 12
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-215
F +49 7195-30 55-912
E a.eberchart@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de