Presse

 
Epfendorf, 12.07.2022
Herzsicherer Landkreis Rottweil

Eine sichere Sache – Der erste Defibrillator für Epfendorf

Für Herznotfälle gerüstet: In dieser Woche hat die Gemeinde Epfendorf ihren ersten Laien-Defibrillator erhalten. Der etwa rucksackgroße Automatisierte Externer Defibrillator (AED) wurde am 12. Juli 2022 von Björn Steiger Stiftung im Rahmen ihres Projektes „Herzsicher“ an Bürgermeister Mark Prielipp übergeben. Der Standort des mobilen Lebensretters zur Wiederbelebung befindet sich öffentlich gut zugänglich an der Albblickhalle Harthausen. Ein AED-Gerät ist speziell für nicht ausgebildete Ersthelfer konzipiert, um damit bei einem unvermittelten Herz-Kreislauf-Stillstand auch ohne medizinische Vorkenntnisse Leben retten zu können.

Der unvermittelte Herz-Kreislaufstillstand ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ungefähr 100.000 Menschen sterben daran jedes Jahr – häufig vor allem deshalb, weil ihnen nicht rechtzeitig oder gar nicht geholfen wird, bevor Notarzt oder Rettungsdienst eintreffen. Deshalb ist die Einleitung von Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien besonders wichtig. Betroffene Personen haben bei einem Herznotfall zumeist nur dann eine Chance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen wird und ein AED-Gerät bereits am Ort des Geschehens zum Einsatz kommt. Ein solches Gerät in Kombination mit einer Herzdruckmassage erhöht die Überlebenschance bei einem Herzstillstand enorm.

Das AED-Gerät ist in Sekunden einsatzbereit, gibt Laien-Ersthelfern automatisch akustische Anweisungen, was zu tun ist und führt sie sicher durch die lebensrettenden Wiederbelebungsmaßnahmen – dabei kann nichts falsch gemacht werden. Das Gerät prüft selbstständig, ob und mit welcher Intensität lebensrettende Stromstöße zur Reanimation abgegeben werden müssen. Ein AED lässt sich sowohl für den Helfer als auch für den Patienten gefahrlos anwenden. Die Björn Steiger Stiftung hat es sich deshalb mit ihren „Herzsicher“-Projekten zur Aufgabe gemacht, mit der bundesweit flächendeckenden Verbreitung von AED-Geräten und der Breitenausbildung der Bevölkerung in Wiederbeleungsmaßnahmen die Zahl der Todesopfer zu senken.

Projekt "Herzsicherer Landkreis Rottweil"

„Wir sind von der Notwendigkeit eines Projekts wie ‚Herzsicherer Landkreis Rottweil‘ überzeugt und begrüßen die Initiative und Unterstützung der Björn Steiger Stiftung. Insbesondere an Orten mit hoher Besucherfrequenz wie unserer Festhalle ist es wichtig, dass ein Laien-Defibrillator vorhanden ist“, erklärt Bürgemeister Mark Prielipp. „Bei Veranstaltungen ist ein AED-Gerät ein wichtiger Sicherheitsfaktor. Je schneller geholfen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit zu überleben. Nun kann hier jeder einem Herzpatienten sofort Hilfe leisten und Leben retten. Zugleich hoffen wir, dass möglichst wenige solcher Notfälle eintreten!“

Die Björn Steiger Stiftung bietet neben der Installation von Defibrillatoren zusätzlich kostenlose Schulungen zur Wiederbelebung an. „Mit diesen Schulungen können sich die Einwohner mit dem Umgang von Laien-Defibrillatoren vertraut machen und in einem Notfall schnell handeln“, betont Gabriele Ballmer, die das Projekt seitens der Björn Steiger Stiftung koordiniert. „Durch die Schulungen werden Hemmungen vor der Benutzung eines AED-Geräts abgebaut. Je mehr Menschen diese Geräte kennen und sich den Einsatz zutrauen, desto mehr Menschen können vor dem Herztod gerettet werden.“
-BR Insgesamt sind im Landkreis Rottweil mit Epfendorf aktuell 47 Laien-Defibrillatoren in 13 Gemeinden an öffentlich gut zugänglichen Standorten installiert. Das neue AED-Gerät ist in einem Außenwandgerät an der Albblickhalle Harthausen im Gigeläcker ab sofort jederzeit öffentlich zugänglich.

Die Initiative „Herzsicher“ der Björn-Steiger-Stiftung

Der Kampf gegen den Herztod ist schon lange ein Kernthema der Björn Steiger Stiftung, die sich seit mehr als 50 Jahren bundesweit für eine bessere Notfallhilfe einsetzt. Seit der Zulassung von AED-Geräten in Deutschland im Jahr 2001 hat die Stiftung rund 29.500 Defibrillatoren mit stiftungseigenen Projekten in Umlauf gebracht. Sie betreut außerdem weitere 14.500 Geräte, die von anderen Organisationen übernommen wurden. Seit 2013 stattet die Stiftung im Rahmen der besonderen Initiative „Herzsicher“ ganze Landkreise, Städte und Gemeinden mit Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Wiederbelebungsmaßnahmen. Geplant ist die flächendeckende Umsetzung im gesamten Bundesgebiet mit dem Ziel, je 1.000 Einwohner mindestens ein AED-Gerät öffentlich verfügbar zu machen.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufnummern 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall und dem Frühgeborenentransport.

Weitere Informationen:

Béla Anda

Björn Steiger Stiftung
Max-Eyth-Straße 7
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-0
E pressestelle@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de


Christian Hoppe

Björn Steiger Stiftung
Max-Eyth-Straße 7
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-711
E pressestelle@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de