Presse

 
Winnenden/Teltow, 30.09.2019
Kooperations-Aktion im Berliner Umland läuft an

Björn Steiger Stiftung und Pflanzen-Kölle starten Wiederbelebungs-Offensive

Die Björn Steiger Stiftung, die sich bundesweit für eine bessere Notfallhilfe einsetzt, und der Gartencenter-Betreiber Pflanzen-Kölle kämpfen ab sofort gemeinsam gegen den Herztod. Die Stiftung rüstet insgesamt vier brandenburgische Pflanzen-Kölle-Filialen im Berliner Umland in Teltow (Landkreis Potsdam-Mittelmark), Wildau (Landkreis Dahme-Spreewald), Hoppegarten (Landkreis Märkisch-Oderland) und Borgsdorf (Stadtteil der Stadt Hohen Neudorf, Landkreis Oberhavel) mit Laien-Defibrillatoren (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) aus. Darüber hinaus erhalten die Mitarbeiter je eine Kurzschulung in Sachen Wiederbelebung. Gezeigt wird unter anderem, wie eine Herzdruckmassage funktioniert und wie der Defibrillator im Notfall eingesetzt werden kann. Thomas Pflanz, Projektkoordinator der Björn Steiger Stiftung, traf sich heute in der Filiale Teltow mit Marktleiter Thomas Fischer zur symbolischen Übergabe und Installation des ersten AED-Geräts. Die anderen drei Filialen werden noch heute beziehungsweise morgen ausgestattet.

Rund 100.000 Menschen fallen dem Herztod pro Jahr in Deutschland zum Opfer. Dabei haben Betroffene bei schneller Erster Hilfe eine realistische Überlebenschance. Nach Eintreten des Herzstillstands sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um zehn Prozent, wenn überhaupt keine Erste Hilfe erfolgt. Demgegenüber liegt die Überlebenschance aber bei realistischen 50 bis 70 Prozent, wenn Ersthelfer sofort nach dem Stillstand mit einer Herzdruckmassage beginnen und ein Laien-Defibrillator innerhalb der ersten drei Minuten zum Einsatz kommt. Solch ein AED-Gerät bringt mithilfe von Stromimpulsen und in Kombination mit einer Herzdruckmassage ein aus dem Takt geratenes Herz wieder in den richtigen Rhythmus.

Mit Pflanzen-Kölle haben wir einen sehr wichtigen Partner in Sachen Lebensrettung an unserer Seite“, freute sich Pflanz. Der Herztod könne jeden treffen, überall. Und gerade dort, wo viel Publikumsverkehr herrsche, könne es immer wieder zum Notfall kommen. „Daher freuen wir uns, dass Pflanzen-Kölle Vorkehrungen trifft und mit uns zusammen eine Wiederbelebungs-Offensive startet“, so Pflanz. Thomas Fischer betonte: „Uns ist es sehr wichtig, die Herzsicherheit für unsere Mitarbeiter und Kunden zu erhöhen. Wir wollen im Notfall helfen können. Mit der Björn Steiger Stiftung werden wir dieses Ziel erreichen.“

Die Laien-Defibrillatoren sind und werden dort montiert, wo Kunden und Mitarbeiter sie als Ersthelfer im Notfall schnell finden und zum Einsatz bringen können. Die Geräte in den Filialen Teltow und Wildau sind in den jeweiligen Bereichen der Information montiert. In den Filialen in Hoppegarten und Borgsdorf finden sich die Geräte ab morgen ebenfalls im Informations- beziehungsweise im Kassenbereich. Durch die AED-Kurzeinweisungen für die Mitarbeiter sollen auch gezielt Hemmschwellen vor dem Thema Erste Hilfe abgebaut werden. Denn immer noch trauen sich zu wenige Menschen zu, im Notfall eine Reanimation zu starten. „Wir wollen aufzeigen, dass jeder helfen und zum Retter werden kann“, betonte Stiftungs-Koordinator Pflanz. Filialleiter Thomas Fischer sagte: „Wir alle wissen bereits: Nichts tun – das ist die einzige Sache, die man falsch machen kann.“

Die gemeinsame Wiederbelebungs-Offensive im Berliner Umland ist nur der Beginn. Denn ingesamt sollen neun Pflanzen-Kölle-Filialen von der Björn Steiger Stiftung in Deutschland herzsicher gemacht werden. Es folgen noch die Filialen in Hamburg, Wiesbaden, München, Unterhaching und Nürnberg. Die Stiftung wird auch die Mitarbeiter der anderen Filialen in Wiederbelebung schulen. Pflanzen-Kölle beteiligt sich finanziell an den Kosten, die unter anderem durch Aufstellung, Beklebung und Wartung der Geräte und Schulungen entstehen. Zwei Pflanzen-Kölle-Filialen wurden bereits in der Vergangenheit von der Björn Steiger Stiftung herzsicher gemacht. In zwei weiteren Filialen sind AED-Geräte angebracht, die unabhängig von der Stiftung bezogen wurden. „Damit kann das Untehrnehmen am Ende des Projekts auf flächendeckende Herzsicherheit in all ihren 13 Filialen hinweisen“, lobte Pflanz. Dies zeuge von Weitsicht und Fürsorge gegenüber Angestellten und Kunden, sollte es zu einem Notfall kommen.

Die Stiftung arbeitet schon seit Jahren gegen den Herztod. Sie stattet seit 2013 ganze Landkreise und Städte mit Laien-Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Erster Hilfe. Seit 2001, als der Kampf gegen den Herztod begann, hat die Stiftung schon rund 26.000 Laien-Defibrillatoren in den Verkehr gebracht.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

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