Presse

 
Langenargen/Bodenseekreis, 15.11.2019
Mit Laien-Defibrillatoren und öffentlichen Erste-Hilfe-Schulungen gegen den Herztod

Björn Steiger Stiftung macht den Bodenseekreis herzsicher

Erneut hat sich ein Landkreis dem Kampf gegen den Herztod angeschlossen: Heute ist das Projekt „Herzsicherer Bodenseekreis“ der Björn Steiger Stiftung, die sich bundesweit für eine bessere Notfallhilfe einsetzt, offiziell angelaufen. Als erste Gemeinde im Kreis wird die Gemeinde Langenargen mit ihren knapp 8.000 Einwohnern von der Stiftung herzsicher gemacht. Stiftung und Gemeindeverwaltung installieren insgesamt 15 weitere gut und schnell zugängliche Laien-Defibrillatoren (AED = Automatisierter Externer Defibrillator) im Gemeindegebiet. Ab dem kommenden Jahr bietet die Stiftung darüber hinaus kostenlose Schulungen an. In den Schulungen trainiert sie mit den Einwohnern Wiederbelebungstechniken wie die Herzdruckmassage und die richtige Handhabung eines AED-Geräts. Angelo Sapia, Projektkoordinator der Björn Steiger Stiftung, traf sich heute zum Auftakt mit Landrat Lothar Wölfle und Langenargens Bürgermeister Achim Krafft im Rathaus zur Übergabe des ersten AED-Geräts.

Wir freuen uns, dass wir mit dem Bodenseekreis einen starken Partner im Kampf gegen den Herztod gewonnen haben“, sagte Sapia. „Zusammen können wir viel dafür tun, um Betroffenen bei einem Herzstillstand schnell und effektiv zu helfen. Wir danken den vielen helfenden Händen vor Ort, die das Projekt ermöglicht haben.“ Landrat Wölfle sagte: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass im Fall der Fälle die neuen AED-Säulen im Bodenseekreis dazu beitragen werden, noch mehr Menschenleben zu retten. Ich begrüße den großflächigen Ausbau der Infrastruktur im Landkreis und danke der Björn Steiger Stiftung für ihre Initiative.“ Bürgermeister Achim Krafft ergänzte: „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass dieses Pilotprojekt bei uns in Langenargen umgesetzt werden kann. Mit 15 weiteren Knoten wird unser öffentliches Sicherheitsnetz noch wesentlich dichter. Die neuen AED-Geräte und die Breitenausbildung der Bevölkerung sind ein lebensnotwendiger Schritt in die richtige Richtung. Ich möchte mich ebenfalls bei der Björn Steiger Stiftung für die sehr gute Zusammenarbeit bedanken.“

Rund 100.000 Menschen fallen dem Herztod pro Jahr in Deutschland zum Opfer. Dabei haben Betroffene bei schneller Erster Hilfe eine realistische Überlebenschance. Nach Eintreten des Herzstillstands sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um zehn Prozent, wenn überhaupt keine Erste Hilfe erfolgt. Demgegenüber liegt die Überlebenschance aber bei 50 bis 70 Prozent, wenn Ersthelfer sofort nach dem Stillstand mit einer Herzdruckmassage beginnen und ein Laien-Defibrillator innerhalb der ersten drei Minuten zum Einsatz kommt. Solch ein AED-Gerät kann mithilfe von Stromimpulsen und in Kombination mit einer Herzdruckmassage ein aus dem Takt geratenes Herz wieder in den richtigen Rhythmus bringen.

Das „Herzsicher“-Projekt wird im Bodenseekreis Schritt für Schritt ausgeweitet. Geplant ist in der ersten Stufe, die Städte und Gemeinden des Kreises mit je einem AED-Gerät zu versorgen. Mehr Geräte folgen nach und nach, die von der Stiftung angestrebte Versorgungsdichte liegt bei einem AED-Gerät pro 1.500 Einwohner im Kreis. Stiftung und Partner vor Ort stimmen sich bei der Suche nach geeigneten Standorten für die Geräte eng ab. Auch die Wiederbelebungs-Schulungen für die Bevölkerung sind ab dem kommenden Jahr fester Teil des Projektprogramms. Geplant ist perspektivisch, auch andere Lebensretter-Projekte der Stiftung wie „Retten macht Schule“, „Sani Sanelli“ und „Ritter Björn“ für Jugendliche und Kinder als wichtige Bausteine der Herzsicherheit im Bodenseekreis zu verankern.

Die Gemeinde Langenargen trägt den Großteil der Kosten, die durch Aufstellung der 15 AED-Geräte, Wartung und Einwohner-Schulungen entstanden sind und noch entstehen, selbst. „Das verdient großen Respekt und zeigt, wie ernst es der Gemeinde mit ihrem Engagement ist“, lobte Stiftungs-Projektkoordinator Sapia. Die Gemeinde war bereits in der Vergangenheit, noch vor der Kooperation mit der Björn Steiger Stiftung, in Sachen Herzsicherheit aktiv und hatte für die Anbringung von Laien-Defibrillatoren vor Ort gesorgt.

Für den weiteren Projektverlauf im Bodenseekreis ist die Björn Steiger Stiftung auf private und gewerbliche Sponsoren angewiesen. Denn erst in Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort kann das Projekt gelingen. Es gehe darum, den Kreis umfassend herzsicher zu machen, betonte Sapia. Jeder, der die Aufstellung eines neuen AED-Geräts finanziell unterstütze, anderweitig für die Arbeit der Stiftung spende oder eine Schulung besuche, leiste hierfür einen wichtigen Beitrag.

Die Björn Steiger Stiftung kämpft schon lange gegen den Herztod in Deutschland. Sie hat seit 2001 bereits rund 27.000 AED-Geräte in den Verkehr gebracht. 2013 startete das Projekt „Herzsicher“, inzwischen rüstet die Stiftung ganze Landkreise, Städte und Gemeinden mit Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Wiederbelebung.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

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