Presse

 
Arneburg-Goldbeck, 10.09.2019
Gemeinsam gegen den Herztod – mit Laien-Defibrillatoren und Schulungen

Björn Steiger Stiftung macht Arneburg-Goldbeck herzsicher

In der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck im Landkreis Stendal startet heute das Projekt „Herzsicher“ der Björn Steiger Stiftung mit der Aufstellung der ersten beiden Laien-Defibrillatoren (AED = Automatisierter Externer Defibrillator). „Wir freuen uns sehr darüber, dass Arneburg-Goldbeck mit uns gemeinsam gegen den Herztod kämpft“, sagte Thomas Pflanz, Projektmanager der Björn Steiger Stiftung, bei der Übergabe des ersten AED-Geräts im Foyer des Verwaltungsgebäudes in Goldbeck. Das zweite Gerät wurde anschließend im Arneburger Rathaus angebracht.

Als Region mit einer geringen Bevölkerungsdichte und oft langen Wegen ist die Kenntnis um die eigenen Möglichkeiten zum Schutz des Lebens im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig“, ergänzte René Schernikau, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck. „Wir sind stolz, hier mit der Björn Steiger Stiftung einen renommierten Partner gefunden zu haben, um dieses Projekt, das weit über die angestrebte flächendeckende Verbreitung von AED-Geräten hinausgeht, umzusetzen.

Der Herztod fordert in Deutschland rund 100.000 Opfer pro Jahr. Dabei haben Betroffene eine realistische Überlebenschance, wenn schnell Erste Hilfe geleistet wird. Pro Minute sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit nach Eintreten des Herzstillstands um zehn Prozent, wenn überhaupt keine Erste Hilfe erfolgt. Dagegen liegt die Überlebenschance bei realistischen 50 bis 70 Prozent, wenn Ersthelfer sofort nach dem Stillstand mit einer Herzdruckmassage beginnen und ein Laien-Defibrillator innerhalb der ersten drei Minuten zum Einsatz kommt. Solch ein AED-Gerät bringt mithilfe von Stromimpulsen und in Kombination mit einer Herzdruckmassage ein aus dem Takt geratenes Herz wieder in den richtigen Rhythmus.

In enger Abstimmung zwischen der Gemeindeverwaltung und der Björn Steiger Stiftung werden die einzelnen Standorte der AED-Geräte bestimmt – der Projektplan sieht pro 1.000 Einwohner ein Gerät vor. Die AED-Geräte werden an öffentlichen, gut erreichbaren Orten in den acht Mitgliedsgemeinden installiert. „Es ist wichtig, die Laien-Defibrillatoren an leicht zugänglichen Orten zu montieren, damit sie im Notfall schnell gefunden und benutzt werden“, erläuterte Projektmanager Pflanz. Neben der Aufstellung der AED-Geräte gehört zum Konzept des Stiftungsprojekts, dass die Bevölkerung zum Thema Wiederbelebung geschult wird. In kostenlosen öffentlichen Schulungen üben die Einwohner die Herzdruckmassage und die Verwendung der AED-Geräte. So können die potenziellen Benutzer der Geräte eventuelle Hemmungen abbauen, wenn der Ernstfall Herzstillstand eintritt.

Der Kampf gegen den Herztod ist ein Kernthema der Björn Steiger Stiftung. 2013 startete ihr Projekt „Herzsicher“, um die flächendeckende Verbreitung von Laien-Defibrillatoren voranzutreiben. Andere Regionen, die von der Stiftung herzsicher gemacht werden, sind der Landkreis Freudenstadt, die Städte Heidelberg und Winnenden sowie die Gemeinden Straubenhardt, Sulz am Neckar und Nußloch in Baden-Württemberg. In Hessen sind der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Weiterstadt dabei.

Das Ziel, auch die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck herzsicher zu machen, kann nur gemeinsam mit lokalen Partnern und Unterstützern erreicht werden. „Wir würden uns daher freuen, wenn hier vor Ort Unternehmen und Privatpersonen die Initiative ergreifen und das Projekt ‚Herzsicheres Arneburg-Goldbeck‘ auch finanziell unterstützen“, so Pflanz.



Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

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