Presse

 
Gerabronn, 14.10.2021
Gemeinsam gegen den Herztod – mit Laien-Defibrillatoren und Schulungen

Gerabronn: Auftaktveranstaltung für Projekt „Herzsicher“ im Landkreis Schwäbisch Hall

Das Projekt „Herzsicher“ zählt bereits seit Jahren zu den wichtigsten Initiativen der Björn Steiger Stiftung - und von jetzt an auch im Landkreis Schwäbisch Hall. Stellvertretend für den gesamten Landkreis wurde zum Auftakt des Projekts der erste automatisierte externe Defibrillator (AED) in Gerabronn von der Stiftung an Landrat Gerhard Bauer und Bürgermeister Christian Mauch übergeben.

Herzinfarkt und Schlaganfälle gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Am plötzlichen Herz- Kreislaufstillstand sterben ungefähr 100.000 Menschen pro Jahr. Oft sterben sie, weil ihnen nicht rechtzeitig oder gar nicht geholfen wird. Betroffene haben im Falle eines Herzstillstands zumeist nur dann eine Chance, wenn sofort mit einer Herzdruckmassage begonnen und ein automatisierter externer Defibrillator eingesetzt wird. Das Ziel des Projekts „Herzsicher“ besteht darin, dass Ersthelferinnen und Ersthelfer ohne medizinische Vorkenntnisse in die Lage versetzt werden, bei einem Herzstillstand Leben zu retten.

Mit der Initiative „Herzsicher“ setzt sich die Björn Steiger Stiftung, die sich bundesweit für eine bessere Notfallhilfe engagiert, für die flächendeckende Verbreitung von AED-Geräten ein. Den ersten neuen Laien-Dfibrillator nahmen zum Projektstart im Landkreis Schwäbisch Hall dessen Landrat Gerhard Bauer und Gerabronns Bürgermeister Christian Mauch entgegen. Landrat Bauer betonte anlässlich der Geräteübergabe: „Mit der Installation von Defibrillatoren im Landkreis Schwäbisch Hall befähigen wir medizinische Laiinnen und Laien, Leben zu retten. Wir unterstützen damit die Sicherung einer schnellen Erstversorgung, die bei einem Herznotfall den Betroffenen eine bessere Überlebenschance bietet. Unser besonderer Dank gilt der Björn Steiger Stiftung für die Initiierung des Projektes „Herzsicher“. Das Gerät wurde am Rathaus Gerabronn installiert und steht hier den Bürgerinnen und Bürgern rund um die Uhr zur Verfügung. Bürgermeister Mauch ergänzt: „Dies ist der erste Schritt in dieser wirklichen Herzensangelegenheit. Wir haben schon die Planung für weitere Geräte, insbesondere in Amlishagen, Dünsbach und Michelbach an der Heide auf den Weg gebracht. Wir freuen uns, dass die Stadt Gerabronn in der Region Hohenlohe mit gutem Beispiel vorangehen kann und das Projekt ‚Herzsicher‘ bei uns nun seinen Lauf nimmt.“

„Rund 198.000 Menschen leben im Landkreis Schwäbisch Hall. Wir freuen uns deshalb sehr darüber, den Auftakt für unser Projekt ‚Herzsicher‘ in dieser traditionsreichen und bodenständigen Region heute in Gerabronn feiern zu können. Der Kampf gegen den Herztod ist und bleibt besonders wichtig - und ich danke den politisch Verantwortlichen dafür, dass sie uns dabei von Anfang an entschlossen unterstützen“, ergänzte Johanna Ziegler, Projektmanagerin der Björn Steiger Stiftung, bei der Übergabe-Veranstaltung. „Der Aufbau eines jeden neuen AED-Geräts ist ein weiterer entscheidender Schritt für eine verbesserte Herzsicherheit im öffentlichen Raum. Nachgewiesen ist: Wenn schnell mit der Herzdruckmassage begonnen wird und ein ‚Defi‘ zum Einsatz kommt, können 50 bis 70 Prozent der Betroffenen überleben. Deshalb ist entscheidend, noch mehr Menschen gründlich im Umgang mit AED-Geräten zu schulen - und auch das ist ein Kernpunkt unseres Projekts, das wir nun in einem weiteren Landkreis zügig vorantreiben wollen.“

Geplant ist, dass das Projekt vor Ort so breit wie möglich anläuft: Von den 30 Städten und Gemeinden des gesamten Landkreises Schwäbisch Hall haben 22 für eine Beteiligung bereits zugesagt. In enger Abstimmung zwischen den zuständigen Behörden und Verwaltungen sowie mit der Björn Steiger Stiftung werden gegenwärtig geeignete öffentliche Standorte für AED- Geräte geprüft. Neben den Inbetriebnahmen der Defibrillatoren bietet die Stiftung in Zusammenarbeit mit lokalen Hilfsorganistionen zusätzlich kostenlose und öffentliche Schulungen zur Wiederbelebung an. Trainiert wird dort unter anderem, wie eine Herzdruckmassage durchgeführt wird und wie ein Laien-Defibrillator funktioniert. Ziel ist es, eventuelle Hemmungen potenzieller Benutzerinnen und Benutzer abzubauen.

Im Fortgang des Projekts ist auch im Landkreis Schwäbisch Hall vorgesehen, die Laien- Defibrillatoren an jeweils leicht zugänglichen Orten einzurichten, die von vielen Menschen aufgesucht werden. Die Geräte werden für jedermann nutzbar sein. Sie stehen Ersthelferinnen und Ersthelfern nach Anbringung zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung. Die grauen Außenkästen sind gut sichtbar an Häuserwänden, Gebäuden und Mauern angebracht. In den Kästen befinden sich die AED-Geräte, deren Anwendung denkbar einfach ist. Nach dem Einschalten geben sie alle Anwendungsschritte unmissverständlich akustisch vor. Wer Zeuge eines Herznotfalls wird, kann mit diesen handlichen mobilen Geräten umgehend Erste Hilfe leisten und Leben retten. Ein AED sorgt durch Stromimpulse und zusammen mit einer Herzdruckmassage dafür, dass ein aus dem Takt geratenes Herz wieder in den richtigen Rhythmus kommt.

Initiative „Herzsicher“ - Gemeinsam gegen den Herztod
Der Kampf gegen den Herztod ist schon lange ein Kernthema der Björn Steiger Stiftung, die sich seit mehr als 50 Jahren bundesweit für eine bessere Notfallhilfe einsetzt. Seit 2001 hat sie rund 28.500 AED-Geräte in den Verkehr gebracht. Darüber hinaus betreut die Stiftung etwa weitere 16.000 AED-Anlagen bundesweit. 2013 startete ihr spezielles Projekt „Herzsicher“, um die Massenverbreitung von Laien-Defibrillatoren voranzutreiben. Im Rahmen des Projekts rüstet die Stiftung ganze Landkreise, Städte und Gemeinden mit Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in Wiederbelebung. Perspektivisch ist die flächendeckende Umsetzung im ganzen Bundesgebiet geplant. Dabei ist von der Björn Steiger Stiftung die Installation von einem AED- Gerät pro 1.000 Einwohner vorgesehen.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufnummern 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall und dem Frühgeborenentransport.

Weitere Informationen:

Béla Anda

Björn Steiger Stiftung
Max-Eyth-Straße 7
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-0
E pressestelle@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de


Christian Hoppe

Björn Steiger Stiftung
Max-Eyth-Straße 7
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-711
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