Presse

 
Winnenden, 15.11.2019
Bilanz für Baby-Notarztwagen „Felix“ 2019

256 Fahrten für Frühchen und kranke Säuglinge

Anlässlich des Welt-Frühgeborenentags am 17. November zieht die Björn Steiger Stiftung Bilanz: 256 Mal haben die Baby-Notarztwagen der Stiftung vom 1. Januar bis zum 1. November 2019 Frühchen und kranke Säuglinge sicher von A nach B transportiert. „Wir freuen uns sehr, dass unser Baby-Notarztwagen ‚Felix‘ Familien helfen und kleine Patienten ans Ziel bringen konnte“, sagt Thomas Pflanz, Manager des Projekts Baby-Notarztwagen bei der Björn Steiger Stiftung. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass unser ‚Felix‘ gebraucht wird.

Das von der Björn Steiger Stiftung entwickelte Spezialfahrzeug „Felix“ wird meistens bei Verlegungsfahrten zwischen Geburts- und Spezialkliniken genutzt. Dementsprechend kommt es an Standorten zum Einsatz, die eine hohe Transportrate von Säuglingen aufweisen. Der Transport selbst verläuft sicher und schonend. Möglich wird dies durch eine spezielle Dämpfung, eine Akustikdämmung und ein bedienerfreundliches Be- und Entladesystem. Zudem ist der Transportinkubator, ein mobiler Brutkasten, quer zur Fahrtrichtung montiert. Der Grund: Wenn das Fahrzeug bremsen muss, wirken unter Umständen hohe Kräfte auf den Säugling ein. Beim Längstransport könnten Hirnblutungen oder Hirnquetschungen entstehen. Beim Quertransport ist die Gefahr viel geringer – wenn überhaupt vorhanden.

Im angegebenen Zeitraum waren die Baby-Notarztwagen an vier aktiven Standorten stationiert: Oldenburg in Niedersachsen, Leipzig und Chemnitz in Sachsen und seit März 2019 in Halle (Saale). In Oldenburg absolvierte der Wagen insgesamt 33 Fahrten und in Chemnitz waren es 50 Fahrten. Der „Felix“ in Leipzig (Sachsen) brachte es auf 145 Einsätze. In Halle (Saale) kam das Spezialfahrzeug bereits 28 Mal zum Einsatz. Darüber hinaus hat die Björn Steiger Stiftung weitere Transportinkubatoren für die Krankenhäuser und Kliniken in Flensburg (Schleswig-Holstein), Neuwied (Rheinland-Pfalz), Bayreuth (Bayern) und seit November 2019 auch in Leipzig (Sachsen) für den Einsatz zur Verfügung gestellt.

Die Björn Steiger Stiftung möchte zum Welt-Frühgeborenentag auch auf das wichtige Thema Frühgeburten aufmerksam machen – gemeinsam mit dem Bundesverband „Das frühgeborene Kind“. Nach Angaben des Bundesverbandes kommt jedes elfte Kind in Deutschland vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche und damit als sogenanntes Frühgeborenes zur Welt. Demnach machen Frühgeborene die größte Kinderpatientengruppe aus. „Frühchen ist aber nicht gleich Frühchen“, sagt Barbara Mitschdörfer, Vorstandsvorsitzende von „Das frühgeborene Kind“. Je unreifer ein Kind bei seiner vorzeitigen Geburt sei, desto größer seien die Risiken für ein gesundes Überleben.

Optimale Versorgung von Frühchen und enge Einbindung der Familien sind nach Ansicht beider Organisationen überlebenswichtige Aspekte. Eine nachgeburtliche Verlegung von Frühchen sorge immer für zusätzliche Belastungen bei unreifen Kindern, sagt Barbara Mitschdörfer. „Im besten Fall kommen die Kinder bereits dort zur Welt, wo man sie adäquat versorgen kann und auch für auftretende Komplikationen gut gerüstet ist.“ Thomas Pflanz von der Stiftung schließt sich an: „Der beste Brutkasten ist nach wie vor der Bauch der Mutter.

Sollte eine nachgeburtliche Verlegung aber dennoch unumgänglich sein, kommt es auf die Art und Weise des Transports an. Dieser müsse „so schonend wie möglich sein“, betont Mitschdörfer. Hier habe „Felix“ erfreuliche Maßstäbe in Deutschland gesetzt.

Die Björn Steiger Stiftung finanziert das Baby-Notarztwagenprojekt mithilfe von Spendenaktionen und Sponsoren. Bereits 1974 war die Stiftung für die Entwicklung und Indienststellung des ersten Rettungswagens für Frühgeborene verantwortlich. Mit „Felix“ stellte sie 2012 die fünfte und jüngste Generation des Fahrzeugs vor.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung des bundesweit einheitlichen und kostenfreien Notrufs 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen und der Aufbau der Luftrettung. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Kampf gegen den Herztod, der Breitenausbildung in Wiederbelebung, der Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Notfall, dem Frühgeborenentransport und der Alarmierung von Ersthelfern per App.

Weitere Informationen:

Tobias Langenbach

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