Presse

 
Leipzig, 13.04.2018
Seit einem Jahr für die Kleinsten im Einsatz
Baby-Notarztwagen „Felix“ begeht seinen ersten Geburtstag

Seit dem 04.04.2017 ist der Baby-Notarztwagen „Felix“ in Leipzig im Einsatz. Insgesamt hat er bei einem aktuellen Kilometerstand von knapp 19.000 Kilometern 181 Fahrten absolviert. Das Spezialfahrzeug für Frühgeborene und kranke Säuglinge kommt meist bei Verlegungsfahrten zwischen Geburts- und Spezialklinik zum Einsatz. In Leipzig fallen häufig Transporte zwischen dem Universitätsklinikum und dem Herzzentrum an. Der Baby-Notarztwagen hat aber auch schon Säuglinge aus Berlin, Cottbus, Dresden, Chemnitz, Jena, Erfurt und sogar Ljubljana nach Leipzig gebracht. Betrieben wird das Fahrzeug von der Branddirektion.

Prof. Dr. Ulrich Thome, Leiter der Abteilung Neonatologie am Universitätsklinikum Leipzig, zieht nach einem Jahr Erfahrung mit „Felix“ ein zufriedenes Resümee: „Das Fahrzeug bietet nicht nur optimal schonende Bedingungen für das Kind, sondern auch optimale Arbeitsbedingungen für das begleitende ärztliche und pflegerische Personal. Es bleibt dabei, dass ein Kind, das nach seiner Geburt medizinische Hilfe benötigt, am besten an einem Ort geboren wird, wo es nicht mehr transportiert werden muss. Da sich dies nicht immer erreichen lässt, sind wir sehr froh, durch das spezialisierte Fahrzeug einen möglichst sicheren und schonenden Transport gewährleisten zu können."

„Felix“ sorgt dank einer speziellen Dämpfung, einer Akustikdämmung und einem bedienerfreundlichen Be- und Entladesystem für eine möglichst schonende Fahrt für die fragile Fracht. Zudem ist der Transportinkubator (mobiler Brutkasten) quer zur Fahrtrichtung positioniert, was für die kleinen Patienten wesentlich sicherer ist. Wenn das Fahrzeug bremsen muss, wirken beim Längstransport so hohe Kräfte auf den Säugling ein, dass Hirnblutungen oder Hirnquetschungen auftreten können. Dieses Phänomen ist beim Quertransport sehr viel geringer bzw. gar nicht vorhanden. Dank des Quertransports hat das Personal im „Felix“ auch räumlich einen besseren Zugang zum Kind und kann es so besser überwachen und betreuen.

Da der Baby-Notarztwagen im Rettungsdienstgesetz als Rettungsmittel nicht vorgesehen ist, musste er aus Spendengeldern finanziert werden. Die jährlichen Betriebskosten (Diesel, Versicherung, Inspektion, etc.) von rund 30.000 Euro werden ebenfalls von der Björn Steiger Stiftung getragen.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

Weitere Informationen:

Anna Eberchart

Björn Steiger Stiftung
Petristraße 12
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-215
F +49 7195-30 55-912
E a.eberchart@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de
Oldenburg, 26.03.2018
„Felix“ fährt ab sofort mit verbessertem mobilen Brutkasten
Seit vergangenem Donnerstag steht dem Klinikum Oldenburg ein verbessertes Transport-Inkubator- System für den Baby-Notarztwagen „Felix“ zur Verfügung. Die Björn Steiger Stiftung finanzierte die Modifizierungen, die aufgrund der Anforderungen beim Transport im Rettungswesen notwendig waren. Nun kann der mobile Brutkasten sowohl im Baby-Notarztwagen, als auch im Rettungswagen und im Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Am System wurde ein neuer Inkubator, ein neues Beatmungsgerät, eine Absaugpumpe und ein o2-Monitor verbaut.

„Wir sind sehr erfreut über die kontinuierliche Unterstützung der Björn Steiger Stiftung, die unseren „Felix“ noch weiter optimiert und somit zum sanften und sicheren Transport der kranken Früh- und Neugeborenen beiträgt“, so Professor Dr. Jürgen Seidenberg, Direktor in der Kinderklinik des Klinikum Oldenburg AöR. Der Umbau, dessen Kosten sich auf 42.000 Euro beliefen, wurde von Spendengeldern aus der Region finanziert. Zudem übernimmt die Stiftung die laufenden Betriebs- und Wartungskosten von ca. 10.000 Euro im Jahr.

Das Baby-Notarztwagen-System „Felix“ ist für Verlegungsfahrten von Frühchen und Säuglingen ausgelegt, die zur besseren Versorgung ins Elisabeth-Kinderkrankenhaus gebracht werden müssen. Das gesamte System ermöglicht eine möglichst erschütterungsfreie und schonende Fahrt für die kleinsten Patienten. Das Fahrzeug ist seit 2013 am Klinikum Oldenburg stationiert.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

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Klosterreichenbach/Freudenstadt, 09.03.2018
Herzsicherer Landkreis Freudenstadt: Klosterreichenbach erhält AED und Schulung
Als Teil des herzsicheren Landkreises Freudenstadt verfügt Klosterreichenbach nun nicht nur über ein öffentlich zugängliches AED-Gerät (Automatisierter Externer Defibrillator) der Björn Steiger Stiftung - auch die erste öffentliche Schulung zur Wiederbelebung fand am Mittwoch Abend im Rathaussaal statt. Marcus Fluit, Bildungsreferent der Stiftung, demonstrierte vor ca. 50 Teilnehmern, wie einfach die lebenserhaltenden Maßnahmen beim Herztod von Laien durchzuführen sind.

Sponsor des Geräts Volker Kallfass von der Kallfass GmbH freute sich über das große Interesse bei der Schulung. Als stellvertretender Kommandant der freiwilligen Feuerwehr Klosterreichenbach weiß er um die Notwendigkeit schneller Wiederbelebung beim plötzlichen Herztod. „Dank der öffentlichen Schulungen wird die Angst vor Erster Hilfe und dem AED genommen. Für uns war es sofort klar, dass wir das Projekt der Stiftung hier vor Ort unterstützen.“

Insgesamt sind in der größten Flächengemeinde Baiersbronn nun 19 AED-Geräte installiert; der gesamte Landkreis Freudenstadt verfügt über 115 öffentlich zugängliche Laien-Defibrillatoren.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

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Schopfloch/Landkreis Freudenstadt, 08.03.2018
Herzsicherer Landkreis Freudenstadt: Schopfloch ist mit dabei
Nun ist es auch in Schopfloch soweit: Das erste AED-Gerät (Automatisierter Externer Defibrillator) der Björn Steiger Stiftung ist gestern offiziell eingeweiht worden. Standort ist die Gemeinschaftsschule in Schopfloch, die sich auch an dem Projekt „Retten macht Schule“ beteiligt. Mit 15 von der Björn Steiger Stiftung zur Verfügung gestellten Übungspuppen können nun die Schüler ab Klassenstufe sieben Wiederbelebungsmaßnahmen erlernen. Im Lehrpaket ist auch ein Trainings-AED enthalten, welches den „scharfen“ Geräten im „Herzsicheren Landkreis Freudenstadt“ entspricht. Der Leiter der medizinischen Abteilung der Björn Steiger Stiftung schulte gestern im ersten Schritt das Kollegium der Schule, damit die Lehrer den Stoff zukünftig selbstständig an die Schüler weitergeben und die Übungen in Eigenregie durchführen können.

Bei der gestrigen Einweihung waren Bürgermeister Klaas Klaassen und Rektorin Simone Schuon zugegen, die sich beide sehr über die lebensrettenden Geräte und die Schulungsmaßnahmen im Landkreis freuen. „Der plötzliche Herztod ist mit 100.000 Betroffenen im Jahr immernoch eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Das Bestreben, den Landkreis herzsicher zu gestalten und schnelle Erste Hilfe zu fördern, unterstützen wir deshalb natürlich sehr gerne“, betont Klaassen. „Gut, dass die Björn Steiger Stiftung Schulungen anbietet, die die Hemmschwelle Erste Hilfe zu leisten hoffentlich senken. Durch das AED-Gerät, das zur Bedienung selbst Anweisungen gibt, finden die Menschen wahrscheinlich eher den Mut das Gerät in einem Notfall zu bedienen. Wichtig ist es, diese AED-Geräte an vielen öffentlichen Standorten zu finden. Ich freue mich, dass zukünftig ein solches Gerät auch unserer Schule zur Verfügung stehen wird“, so Simone Schuon.

Drei weitere öffentlich zugängliche Geräte sollen demnächst in Schopfloch installiert werden: in der Eugen-Hornberger-Halle, in der Iflinger und außen am Gemeinschaftsgebäude Unteriflingen.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

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Flensburg, 15.02.2018
70.000 Euro von der Björn Steiger Stiftung: Transport-Inkubator der Diako-Kinderklinik erhielt modernste Technik
Nach sieben Jahren im Einsatz war er nicht mehr auf dem neuesten Stand, zudem fehlten Ersatzteile: Für rund 70.000 Euro von der Björn Steiger Stiftung wurde der Transport-Inkubator der Diako-Kinderklinik jetzt runderneuert. „Dank dieser Hilfe ist unser Transport-Inkubator wieder auf dem neuesten Stand der Technik“, freute sich Chefarzt Dr. Michael Dördelmann bei der Übergabe des Gerätes durch Thomas Pflanz, Projektleiter der Björn Steiger Stiftung. Die gemeinnützige Organisation engagiert sich seit fast 50 Jahren für das Rettungswesen in Deutschland.

Der moderne transportable „Brutkasten“ ist für den Einsatz im Rettungswagen vorgesehen, wenn eine schnelle und dringende Verlegung von kleinen Intensivpatienten nötig ist. Der von der Firma Dräger in Lübeck entwickelte Inkubator macht einen Transport der Babys auch per Hubschrauber oder per Seenotrettungskreuzer möglich. Damit können alle Frühgeborenen und kranken Neugeborenen aus dem gesamten Norden Schleswig-Holsteins und auch von den Inseln für eine spezielle medizinische Versorgung sicher nach Flensburg verlegt werden. Der Transport-Inkubator verfügt jetzt wieder über modernste Infusionspumpen, Monitoring-Systeme, Absauggerät, Beatmungsgerät sowie eine Sauerstoff- und Druckluftversorgung. „Ich bin sehr dankbar dafür“, erklärte Dr. Dördelmann. „Eben weil die Technik niemals versagen darf, war die Modernisierung so wichtig.“ Ein technischer Vorteil gegenüber der alten Ausstattung sei zudem die integrierte Turbine für die Luftversorgung, die dafür sorge, dass für das neue Beatmungsgerät keine Sauerstoffflasche mehr erforderlich ist.

Die kleinen Patienten werden vom Frühchen-Team des Perinatalzentrums (perinatal heißt: „um die Geburt herum“) in den Entbindungskliniken oder auch nach Hausgeburten abgeholt und unter möglichst schonenden Transportbedingungen direkt auf die speziell ausgestattete Intensivstation in der Kinderklinik des Diakonissenkrankenhauses gebracht.

Das Flensburger Perinatalzentrum bietet die höchste Versorgungsstufe, so dass selbst sehr unreife Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm medizinisch ver-sorgt werden können.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

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Winnenden, 12.01.2018
Zur Rettung von Menschen ist eine Zukunftsplanung überfällig
Rettungsdienst in Baden-Württemberg: Innenministerium muss handeln

Das Rettungswesen in Baden-Württemberg ist in den vergangenen Jahren selbst zum Patienten geworden und ist im deutschlandweiten Vergleich vor allem im Bereich der Hilfsfrist schlechter als in vielen anderen Bundesländern. Gleichzeitig verändern sich unter anderem aufgrund des demografischen Wandels die Rahmenbedingungen. In der Folge ist eine weitere Verschlechterung der Qualität des Rettungswesens in Baden-Württemberg absehbar. Zuständig für den Rettungsdienst in Baden-Württemberg ist das Innenministerium. Die Björn Steiger Stiftung sieht seit langer Zeit Handlungsbedarf, sowohl im Bereich der Veränderung bestehender Gesetze als auch im Bereich der Umsetzung zukunftsorientierter Maßnahmen.

Anders als in vielen anderen Bundesländern hat in Baden-Württemberg die Überschreitung der Hilfsfristen keine Konsequenzen. Das Innenministerium als regulierende Behörde nimmt regelmäßige Überschreitungen hin. Es erfolgen keine Sanktionen gegenüber den Leistungserbringern des Rettungsdienstes. Anders ist dies beispielsweise in Hessen. „In Hessen werden bereits Sanktionen bei der Nichteinhaltung der dort definierten Ausrückezeit und Fahrzeit verhängt, wenn die Begründungen nicht akzeptabel sind“, so Ulrich Schreiner, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung Luftrettung gGmbH. „Sehen sich die Betreiber aufgrund Personal- oder Materialmangels nicht in der Lage die Zeiten einzuhalten, üben sie wiederum verstärkt Druck auf die Kostenträger, also auf die Krankenkassen aus. Dies wird dann in den Ausschüssen zwischen Krankenkassen, Landkreis (Rettungsdienstträger) und beauftragtem Leistungserbringer verhandelt und notfalls in der Landesschiedsstelle Rettungsdienst entschieden. Dieses Regulierungsmittel wäre auch für Baden-Württemberg wünschenswert, um Verbesserungen in Gang zu setzen.“

Weiteres Potenzial der Qualitätsverbesserung sieht die Björn Steiger Stiftung in der Trennung zwischen Notfallrettung und Krankentransport. In Baden-Württemberg werden derzeit Rettungswagen auch für Krankentransporte eingesetzt und sind somit für lebensbedrohliche Notfälle in diesem Zeitraum nicht verfügbar. Die Nach-Hause-Bringung eines Genesenen verhindert somit die Rettung eines akut erkrankten oder verunfallten Menschen. Die Lösung wäre eine eigene Organisationsstruktur für reine Krankentransportmittel. „Sinnvoll wären etwa fünf überregionale Dispositionszentralen für Baden-Württemberg, um die geplanten Transporte logistisch effizient zu organisieren“, so Schreiner.

Der Landkreis Waldshut hat unter den Mängeln im Rettungswesen im Land am meisten zu leiden; hier werden die Hilfsfristen am häufigsten überschritten. Aus diesem Grund fordert er seit über sieben Jahren einen Rettungshubschrauber, um eine schnellere Notfallversorgung zu gewährleisten. Das Innenministerium sitzt dieses Thema jedoch seit dieser Zeit aus. Die Björn Steiger Stiftung setzt sich seit 2015 für einen Dual-Use-Hubschrauber RTH/ITH am Standort Hütten ein. Mit einem zusätzlichen Hubschrauber müsste die Bevölkerung nicht wie bisher zu lange auf einen Notarzt warten (s. Tabelle). Eine luftrechtliche Genehmigung liegt bereits vor, doch das Innenministerium weigert sich nach wie vor die Betriebsgenehmigung zu erteilen. Stattdessen will es ein eigenes Gutachten zur Struktur der rettungsdienstlichen Versorgung in Auftrag geben, obwohl der Landkreis bereits letztes Jahr ein entsprechendes Gutachten erstellt und beim Innenministerium eingereicht hat. In der Folge wird die Region mindestens ein weiteres Jahr unterversorgt bleiben.

- „Wir verstehen nicht warum viele Verbesserungen, die seit langem diskutiert werden, nicht angepackt werden. Insbesondere im Südschwarzwald macht das Aussitzen von Entscheidungen die Lage zunehmend prekärer und lässt die Bürger im Regen stehen“, so Schreiner. Mit Blick auf die kommenden Jahre wird ein Handeln umso dringlicher. Aufgrund gesellschaftlicher und struktureller Veränderungen, wie beispielsweise demografischer Wandel, Klinikzentralisierung, Hausarztmangel, verändertes Notrufverhalten und vielem mehr sind Verbesserungen durch neue Konzepte im Rettungsdienst zwingend notwendig und bereits heute überfällig.

Hintergrundinformationen Hilfsfrist

Da der Rettungsdienst in Deutschland föderal organisiert ist, bestehen bundesweit 16 verschiedene Rettungsdienstgesetze. Dementsprechend hat jedes Bundesland eigene Vorgaben für die Hilfsfrist, also die Zeit, die nach dem Eingang des Notrufs bis zum Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort höchstens verstreichen darf. Die Hilfsfrist in Baden-Württemberg beträgt 10 bis höchstens 15 Minuten (in 95% der Fälle), was im bundesdeutschen Vergleich relativ lang ist. Vergessen wurden im Gesetz die Festlegung von Sanktionen und die Definition von Dispositionszeit, Ausrückzeit und Fahrzeit. Zudem wird die Hilfsfrist im Rettungsdienstgesetz als reine Planungsgröße verstanden.

Ziel der Hilfsfristen ist es das sogenannte therapiefreie Intervall beim Patienten so kurz wie möglich zu halten. Um die Genesung eines Notfallpatienten zu gewährleisten, müssen lebensrettende Sofortmaßnahmen möglichst zeitnah durchgeführt werden. Da bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bereits in den ersten paar Minuten reanimiert werden sollte, versuchen private, ehrenamtliche Initiativen mit der Einrichtung von Helfer-vor-Ort-Gruppen/First Responder das therapiefreie Intervall noch kürzer zu halten.


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Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

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