Es ist kein gewöhnliches Rettungsfahrzeug, das durch die Straßen Stuttgarts fährt. Wenn das Medical Intervention Car (MIC) der Björn Steiger Stiftung und des Klinikums Stuttgart ausrückt, geht es um Sekunden – und oft um Leben. Seit seinem Start im Dezember 2024 ist das hochspezialisierte Fahrzeug bereits 500-mal alarmiert worden.
Das Medical Intervention Car ist weit mehr als ein Notarztwagen. Es ist ausgestattet mit modernster Technik der Notfallmedizin: eine mobile Herz-Lungen-Maschine (ECMO), Ultraschallgeräte, Blutkonserven sowie Spezialausrüstung für Neugeborene und Kinder. Was das MIC darüber hinaus so außergewöhnlich macht: Es ist das einzige Fahrzeug seiner Art in Deutschland, das rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, zur Verfügung steht.
Entscheidend ist neben der Technik vor allem auch das Team: Die MIC-Besatzung besteht aus Oberärztinnen und Oberärzten des Klinikums Stuttgart, hochqualifizierten Intensiv- und Notfallmedizinern, die in dieser Form bundesweit einzigartig im Rettungsdienst eingesetzt werden. „Wir werden immer dann alarmiert, wenn die Lage besonders kritisch ist – bei Reanimationen, schweren Traumata oder Kindernotfällen“, erläutert Dr. Christoph Wihler Bereichsleitender Oberarzt Notfallmedizin und Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin am Klinikum Stuttgart. „Unser Ziel ist, die Erstversorgung vor Ort auf das Niveau einer innerklinischen Versorgung zu heben und die Kolleginnen und Kollegen des Rettungsdienstes mit spezieller Expertise zu unterstützen.“
Intensivmedizin direkt am Einsatzort
Die Bilanz des ersten Jahres ist beeindruckend. Seit dem Start am 2. Dezember 2024 wurde das MIC 500-mal alarmiert, im Schnitt sind das 1,4 Einsätze pro Tag. Wie lebensentscheidend das sein kann, zeigen Beispiele wie diese: Nach einem schweren Verkehrsunfall besteht die Gefahr, dass der Verletzte verblutet. Erst durch eine Bluttransfusion direkt am Unfallort – möglich durch die besondere Ausstattung des MIC – kann er ausreichend stabilisiert und in die Klinik gebracht werden. Oder der Fall eines 16-jährigen Schülers, der in einer U-Bahn wegen Herzstillstands zusammenbricht. Das MIC-Team trifft wenige Minuten später ein, schließt eine mobile Herz-Lungen-Maschine an – und rettet dem Jugendlichen das Leben. Heute ist er wieder vollständig genesen.
Gemeinsam schneller und sicherer helfen
Dass der Ansatz funktioniert, zeigt sich nicht nur an den Zahlen. Notärztinnen und Notärzte erleben das MIC-Team als wertvolle Unterstützung. „In der Notfallmedizin wird man oft mit Situationen konfrontiert, für die man sich im Klinikalltag immer mit Kolleginnen und Kollegen abstimmen würde“, sagt Dr. Wihler. „Wenn ein zusätzliches Team mit spezieller Erfahrung hinzukommt, verbessert das die Abläufe am Einsatzort.“ Auch Joachim von Beesten, Geschäftsführer Forschung, Innovation & Sonderfahrzeuge bei der Björn Steiger Stiftung, ist überzeugt, dass das Konzept aufgeht: „Das MIC bringt intensivmedizinische Kompetenz dorthin, wo sie am dringendsten gebraucht wird: direkt an den Ort des Notfalls."
Ein Forschungsprojekt mit Zukunft
Das MIC ist Teil eines dreijährigen Forschungsprojekts, das von der Björn Steiger Stiftung finanziert wird – mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro. Die Auswertungen sollen zeigen, wie sich die erweiterte Versorgung auf Überlebenschancen, Folgeschäden und Kosten auswirkt. „Unser Ziel ist, dass MIC-Systeme künftig fester Bestandteil des Rettungswesens werden – finanziert durch öffentliche Träger oder Krankenkassen“, betont von Beesten. „Bis dahin sind wir für dieses sinnvolle Projekt weiterhin auf Spenden angewiesen.“
Weitere Informationen zum Medical Intervention Car finden sie hier
Spenden für die Notfallhilfe der Zukunft
Die Björn Steiger Stiftung finanziert das Projekt aktuell ausschließlich über Spenden. Wer helfen möchte, dass das MIC im Einsatz bleiben kann und die Erkenntnisse in die Regelversorgung einfließen, kann dies mit einer Spende tun:
Björn Steiger Stiftung
IBAN: DE21 6025 0010 0000 0177 77
Stichwort: MIC Stuttgart
Bildmaterial



Über die Björn Steiger Stiftung:
Die Björn Steiger Stiftung wurde 1969 von Ute und Siegfried Steiger gegründet, nachdem ihr Sohn nach einem Verkehrsunfall an den Folgen unzureichender Notfallversorgung verstarb. Seitdem engagiert sich die Stiftung unermüdlich für die Verbesserung des Rettungswesens in Deutschland. Zu ihren wegweisenden Initiativen zählen unter anderem die Einführung der Notrufnummern 110/112, Gründung und Aufbau der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) sowie die Einrichtung von Notrufsäulen an Bundes- und Landstraßen. Die Stiftung verfolgt das Ziel, auf Missstände im Bereich der Notfallhilfe aufmerksam zu machen, den öffentlichen Diskurs anzustoßen und mit eigenen Projekten, wie dem Baby-Notarztwagen oder Herzsicher, und konkreten Lösungen zu einer besseren Notfallversorgung beizutragen – so auch 2025 mit der Einreichung einer Verfassungsbeschwerde zur Schaffung einheitlicher Regelungen im Rettungsdienst. Seit 2024 engagiert sich die Stiftung in konsequenter Weiterentwicklung ihrer Geschichte mit einem eigenen Bereich in der Vermeidung von Verkehrsunfällen.
Weitere Informationen unter: www.steiger-stiftung.de
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen