Die Björn Steiger Stiftung verleiht auch im Jahr 2025 ihren Journalismuspreis und würdigt damit herausragende publizistische Leistungen, die zur Aufklärung im Bereich Rettungswesen, Notfallhilfe und Gesundheit beitragen und wichtige Debatten für eine Verbesserung der Notfallversorgung in Deutschland anstoßen. Die Auszeichnungen werden in den Kategorien Print, Hörfunk, Fernsehen sowie in Form eines Sonderpreises für ein multimediales Gesamtwerk vergeben.
Mit der Verleihung es Journalismuspreises betont die Björn Steiger Stiftung einmal mehr ihre zentrale Überzeugung: Nur ein gut informierter öffentlicher Diskurs schafft die Grundlage für Reformen, die Leben retten. „Die ausgezeichneten Beiträge zeigen eindrucksvoll, welche gesellschaftliche Verantwortung Journalistinnen und Journalisten tragen – und wie kraftvoll ihre Arbeit sein kann, wenn sie Missstände sichtbar macht, Menschen eine Stimme gibt und politische Veränderung anstößt", sagt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. Alle Preisträgerinnen und Preisträger des Jahres 2025 haben mit Mut, Präzision und großer Empathie dazu beigetragen, den Blick auf unser Rettungswesen zu schärfen. „Ihr Engagement unterstützt uns in unserer Mission, die Notfallversorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Dafür danken wir ihnen von Herzen.“
Preisträgerin Kategorie Print: Vivian Pasquet (SZ-Magazin)
Der Preis in der Kategorie Print geht an die Autorin Vivian Pasquet für ihren im SZ-Magazin erschienenen Beitrag „Versorgungslücke“, den sie gemeinsam mit Nicola Meier recherchierte. Die Reportage beleuchtet anhand des Schicksals der Familie Ratzow die dramatischen Defizite in der Kindernotfallversorgung in Deutschland. Mit erzählerischer Tiefe, akribischer Recherche und einem eindringlichen moralischen Kompass gelingt es Pasquet, ein hochkomplexes System sichtbar und verstehbar zu machen. Der Beitrag verbindet persönliche Betroffenheit, medizinische Expertise und politische Analyse – und zeigt zugleich Wege zur Verbesserung auf. „Vivian Pasquets Reportage zwingt uns hinzusehen. Sie zeigt strukturelle Mängel auf, ohne zu vereinfachen, und verbindet präzise Recherche mit einer Intensität, die berührt und aufrüttelt", erklärt der Juryvorsitzende Wolfgang Kubicki die Entscheidung. „Ein herausragendes Werk des Qualitätsjournalismus.“
Preisträgerin Kategorie Hörfunk: Dorothea Brummerloh (Deutschlandfunk Kultur)
In der Kategorie Hörfunk wird Dorothea Brummerloh für ihr Feature „Notfallversorgung am Tropf“ ausgezeichnet. Mit großer erzählerischer Klarheit, sorgfältig ausgewählten Protagonistinnen und Protagonisten und hoher analytischer Präzision zeichnet sie ein facettenreiches Bild der strukturellen Herausforderungen im deutschen Rettungswesen. „Brummerlohs Beitrag fesselt von der ersten Minute an. Sie zeigt, wie menschlich, kritisch und relevant guter Hörfunkjournalismus sein kann – absolut preiswürdig“, so Kubicki. Die Jury würdigt die hervorragende Balance aus Distanz und Empathie sowie die Fähigkeit, ein komplexes Thema emotional zugänglich zu machen.
Preisträgerin Kategorie Fernsehen: Andrea Lotter (SWR)
In der Fernsehkategorie geht der Preis an Andrea Lotter für den SWR-Beitrag „Wasenzeit – Hochbetrieb in der Stuttgarter Notaufnahme“. Der Film zeigt mit großer Präzision, wie extrem die medizinischen Abläufe und Belastungen während der Wasenzeit eskalieren können. Lotters klare Sprache, ihre dramaturgische Sorgfalt und die eindrucksvolle visuelle Gestaltung schaffen einen packenden Einblick in die Realität der Notfallversorgung – nahbar, authentisch und journalistisch herausragend. „Dieser Film geht weit über eine Momentaufnahme hinaus. Andrea Lotter gelingt ein präziser, berührender und respektvoller Blick auf Menschen, die täglich im Ausnahmezustand arbeiten", sagt Kubicki. „Ein Stück Fernsehjournalismus von beeindruckender Qualität.“
Sonderpreis 2025: SWR-Rechercheteam für ein multimediales Gesamtwerk zur Notfallversorgung
Dieses Jahr vergibt die Björn Steiger Stiftung auch einen Sonderpreis – für ein journalistisches Gesamtwerk, das in seiner Breite und Tiefe einzigartig ist. Kubicki begründet diese Entscheidung: „Das SWR-Team hat Maßstäbe gesetzt. Mit sorgfältiger Analyse, großer publizistischer Verantwortung und beeindruckender multimedialer Umsetzung wurde sichtbar gemacht, wie es um die Notfallversorgung in Deutschland steht. Ein herausragender Beitrag zur öffentlichen Debatte.“ Das SWR-Rechercheteam erhält die Auszeichnung für die Umsetzung des bundesweiten ARD-Thementags zur Notfallrettung. Über Monate wurden Daten aus allen Rettungsdienstbezirken Deutschlands zusammengetragen und in Fernsehen, Hörfunk, Online und auf einer interaktiven Datenplattform publiziert.
Eine vielseitig besetzte Jury mit breiter gesellschaftlicher Perspektive
Die Jury des Björn-Steiger-Stiftung-Journalismuspreises vereint nicht nur renommierte Journalistinnen und Journalisten, sondern ergänzt diese durch Persönlichkeiten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Diese interdisziplinäre Zusammensetzung erweitert den Blick über die klassische Medienarbeit hinaus und stellt sicher, dass die eingereichten Beiträge aus vielfältigen, fachkundigen Perspektiven bewertet werden. Mitglieder der Jury sind: Wolfgang Kubicki (Vorsitz), Dr. Melanie Amann, Corinna Budras, Dr. Sarah Tacke, Dunja Hayali, Dr. Sebastian Engelbrecht, Dr. Hendrik Wieduwilt, Marion Kracht, Kristin Meyer, Markus Bräuer, Nicolas Basse und Pierre-Enric Steiger.
Preisverleihung in Berlin
Die feierliche Übergabe sämtlicher Preise findet Anfang 2026 in Berlin statt. Die Björn Steiger Stiftung würdigt damit nicht nur die Preisträgerinnen und Preisträger, sondern auch die Bedeutung eines starken, verantwortungsvollen Journalismus für die Rettung von Menschenleben.
Bildmaterial
Die Björn Steiger Stiftung würdigt mit dem Journalismuspreis 2025 vier herausragende Werke aus Print, Hörfunk, Fernsehen und multimedialer Recherche, die zur Aufklärung im Bereich Rettungswesen, Notfallhilfe und Gesundheit beitragen.
Über die Björn Steiger Stiftung: Die Björn Steiger Stiftung wurde 1969 von Ute und Siegfried Steiger gegründet, nachdem ihr Sohn nach einem Verkehrsunfall an den Folgen unzureichender Notfallversorgung verstarb. Seitdem engagiert sich die Stiftung unermüdlich für die Verbesserung des Rettungswesens in Deutschland. Zu ihren wegweisenden Initiativen zählen unter anderem die Einführung der Notrufnummern 110/112, Gründung und Aufbau der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) sowie die Einrichtung von Notrufsäulen an Bundes- und Landstraßen. Die Stiftung verfolgt das Ziel, auf Missstände im Bereich der Notfallhilfe aufmerksam zu machen, den öffentlichen Diskurs anzustoßen und mit eigenen Projekten, wie dem Baby-Notarztwagen oder Herzsicher, und konkreten Lösungen zu einer besseren Notfallversorgung beizutragen – so auch 2025 mit der Einreichung einer Verfassungsbeschwerde zur Schaffung einheitlicher Regelungen im Rettungsdienst. Seit 2024 engagiert sich die Stiftung in konsequenter Weiterentwicklung ihrer Geschichte mit einem eigenen Bereich in der Vermeidung von Verkehrsunfällen. Weitere Informationen unter: www.steiger-stiftung.de
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