Um die Versorgung schwerkranker Kinder zu verbessern und bestehende Schwachstellen zu erkennen, werden an der Universitätsmedizin Mainz Daten zur Versorgung schwerkranker Kinder gebündelt. Ziel ist den gesamten Weg eines erkrankten Kindes abzubilden – von der ersten Versorgung über den Transport bis hin zur Behandlung im Krankenhaus. Die Björn Steiger Stiftung finanziert den Aufbau und Betrieb des zentralen Verzeichnisses bis Ende 2027.
Schwere Notfälle bei Säuglingen und Kleinkindern sind selten, stellen das Gesundheitswesen jedoch vor besondere Herausforderungen. Oft müssen sie schnell von einem Krankenhaus in eine spezialisierte Kinderklinik oder eine bestimmte Abteilung gebracht werden. Weil die Daten bislang in unterschiedlichen Registern gespeichert wurden, war es schwierig Schwachstellen im System zu entdecken: Kommen Kinder rechtzeitig in der passenden Klinik an? Welche Abläufe funktionieren gut – und welche nicht? Ein zentrale Datenbasis soll helfen, diese Fragen zu beantworten, und die Versorgung der Kinder langfristig zu verbessern.
Konkret werden zwei bislang getrennte Datenbestände verbunden: das Pädiatrische Intensivtransport-Registers (PIT) und das Pädiatrische Intensivmedizinische Aufnahmen-Netzwerk (PIA). PIT erfasst die Intensivtransporte von Kindern, PIA die Behandlung und den Verlauf auf Kinderintensivstationen. Durch die Zusammenführung der Daten wird der gesamte Weg eines erkrankten Kindes abgebildet – von der ersten Versorgung über den Transport bis hin zur Behandlung im Krankenhaus.
Fachleute können anhand der Daten künftig besser beurteilen, wo die Notfallversorgung optimiert werden muss. Die zentrale Ablage soll dazu beitragen, die Überlebenschancen und die Behandlungsqualität für schwerkranke Kinder bundesweit zu erhöhen.
„Eine gute Notfallversorgung für Kinder hört nicht an der Kliniktür auf“, sagt Joachim von Beesten, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung für Innovation, Forschung und Sonderfahrzeuge. „Gerade das Zusammenspiel von Rettungsdienst, Transport und Klinik entscheidet darüber, wie gut ein Kind versorgt wird. Mit dem neuen Register schaffen wir die Grundlage, um Schwachstellen zu erkennen und gezielt zu verbessern.“
Das Projekt wird von mehreren Universitätskliniken getragen und am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz zentral koordiniert. Die Björn Steiger Stiftung finanziert den Aufbau und Betrieb des Registers von Januar 2026 bis Dezember 2027.
Über die Björn Steiger Stiftung:
Die Björn Steiger Stiftung wurde 1969 von Ute und Siegfried Steiger gegründet, nachdem ihr Sohn nach einem Verkehrsunfall an den Folgen unzureichender Notfallversorgung verstarb. Seitdem engagiert sich die Stiftung unermüdlich für die Verbesserung des Rettungswesens in Deutschland. Zu ihren wegweisenden Initiativen zählen unter anderem die Einführung der Notrufnummern 110/112, Gründung und Aufbau der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) sowie die Einrichtung von Notrufsäulen an Bundes- und Landstraßen. Die Stiftung verfolgt das Ziel, auf Missstände im Bereich der Notfallhilfe aufmerksam zu machen, den öffentlichen Diskurs anzustoßen und mit eigenen Projekten, wie dem Baby-Notarztwagen oder Herzsicher, und konkreten Lösungen zu einer besseren Notfallversorgung beizutragen – so auch 2025 mit der Einreichung einer Verfassungsbeschwerde zur Schaffung einheitlicher Regelungen im Rettungsdienst.
Weitere Informationen unter: www.steiger-stiftung.de
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