Notfälle im Kindesalter sind glücklicherweise selten – nur etwa fünf Prozent aller Notfalleinsätze betreffen Kinder unter 14 Jahren. Laut Reanimationsregister 2023 treten bei Kindern jährlich etwa drei bis acht lebensbedrohliche Notfälle pro 100.000 auf. Häufig sind Atemwegsprobleme die Ursache, die zu einem Kreislaufstillstand führen können.
Ein solcher Stillstand bedeutet Sauerstoffmangel – besonders das Gehirn reagiert empfindlich: Nach drei bis fünf Minuten drohen irreversible Schäden. Da Rettungsteams in Deutschland im Schnitt neun Minuten nach dem Notruf eintreffen, sind die ersten Minuten entscheidend. Eine sofort beginnende Laienreanimation kann Leben retten.
Diese Seite zeigt, wie Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kindern richtig durchgeführt werden.
Reaktion des Kindes prüfen. Laut ansprechen, in die Hände klatschen oder geben Sie dem Kind durch Reiben des Brust- oder Schlüsselbeins einen Impuls. Wenn keine Reaktion erfolgt, muss als nächstes die Atmung kontrolliert werden. Öffnen Sie den Mund und schauen Sie hinein. Gibt es sichtbare Gegenstände im Mundraum? Nur wenn Sie etwas im vorderen Mundraum sehen, können Sie es mit den Fingern entfernen. Achten Sie auf die richtige Kopfhaltung, um die Atemwege zu öffnen. Bei Säuglingen ist es wichtig, dass der Kopf in einer Neutralposition (Schnüffelstellung) gelagert wird, damit die Atemwege frei sind. Bei älteren Kindern muss der Kopf leicht überstreckt und das Kinn angehoben werden, damit die Atemwege nicht verlegt sind. Dann gilt „Sehen, Hören, Fühlen“

Wenn Sie keine Lebenszeichen erkennen können, wählen Sie oder eine andere anwesende Person umgehend den Notruf 112, stellen Sie die Lautsprecherfunktion ein und beginnen Sie mit den Wiederbelebungsmaßnahmen. Bleiben Sie am Telefon! Die Person in der Leitstelle wird alle benötigten Informationen erfragen, Sie anleiten und Ihnen genaue Anweisungen geben, was Sie als Nächstes tun müssen.
Wenn Sie allein sind und kein Mobiltelefon haben: Geben Sie bei fehlender Atmung fünf Atemspenden und starten Sie danach umgehend mit der Herzdruckmassage (30 Druckmassagen: 2 Atemspenden; 30:2). Machen Sie zuerst eine Minute die Basismaßnahmen, bevor Sie Ihr Kind allein lassen müssen, um Hilfe zu holen.

Da bei Kindern häufig ein Atemwegsproblem vorliegt, welches im Notfall zu einem Kreislaufstillstand führen kann, werden bei der Kinderreanimation bei Fehlen von Lebenszeichen initial fünf Atemspenden gegeben und erst danach mit der Herzdruckmassage begonnen: 5 initiale Atemspenden, in der Folge 30 Druckmassagen im Wechsel mit 2 Atemspenden (30:2). Ziel der initialen, also anfänglichen fünf Atemspenden ist, dass mit der Sauerstoffzufuhr das Atemwegsproblem behoben und somit der Kreislauf schnell wieder einsetzen kann.
Bei Erwachsenen steht der Kreislaufstillstand, ausgelöst durch eine kardiale Ursache, im Vordergrund. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt Laienhelfern bei Erwachsenen keine Beatmung, sondern eine durchgehende Herzdruckmassage durchzuführen, bis professionelle Hilfe da ist. Es ist nicht der Sauerstoff, der dem Körper in den ersten Minuten nach einem Herzstillstand fehlt. Es ist der fehlende Blutfluss, so dass der Sauerstoff nicht zum Gehirn transportiert werden kann.
Mehr Informationen unter: www.herzstiftung.de/wiederbelebung


Wenn nach der Atemspende keine sichtbaren Lebenszeichen vorhanden sind, muss unverzüglich mit der Herzdruckmassage begonnen werden. Legen Sie Ihr Kind möglichst auf eine harte Unterlage und suchen Sie den Druckpunkt auf. Der Druckpunkt befindet sich in der unteren Hälfte des Brustbeins (Sternum). Bei Säuglingen umgreifen Sie diese mit beiden Händen und legen beide Daumen übereinander auf den Druckpunkt. Drücken Sie dann die Hälfte des Brustkorbs nach unten und entlasten Sie wieder vollständig. Bei Kindern knien Sie sich neben den Körper und legen den Ballen einer Hand oder beider Hände auf den Druckpunkt. Halten Sie die Arme gerade und drücken Sie die Arme dann circa fünf Zentimeter in die Tiefe. Danach wieder vollständig entlasten.
Drücken Sie die untere Brustkorbhälfte 100- bis 120-mal die Minute um mindestens ein Drittel des Durchmessers zusammen, bei Säuglingen etwa vier Zentimeter, bei Kindern fünf Zentimeter. Achten Sie dabei immer auf eine vollständige Entlastung des Brustkorbs nach dem Drücken, lehnen Sie sich nicht auf Ihr Kind. Nach 30 Herzdruckmassagen erfolgen erneut zwei Atemspenden, dann beginnt wieder die Herzdruckmassage. Gibt es keine Möglichkeit der Atemspenden, müssen dauerhaft Kompressionen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen sollten zu keinem Zeitpunkt unterbrochen werden. Wenn Sie zu zweit oder mit mehreren Helfern vor Ort sind, ist es ratsam, sich abzuwechseln.



Bei bekannten Herzrhythmusstörungen oder plötzlichem Zusammenbruch ist in der Notsituation eine Herzrhythmusstörung wahrscheinlich, sodass der zeitnahe Einsatz des AED notwendig sein kann. Wenn mehr als einen Helfer anwesend ist, sollte einer nach Absetzen des Notrufs sofort einen AED holen, sofern ein Gerät in erreichbarer Nähe ist. Nach Einschalten des Geräts, werden Sie als Helfer durch das Anwendungsprogramm geleitet.
Wenn die Möglichkeit besteht, sollten Sie für Kinder unter acht Jahren beim AED die Dosisanpassung anwenden (durch Einstellung oder Anbringen von Kinderelektroden). Befolgen Sie die Anleitung und kleben Sie die Pads wie dort beschrieben auf. Auch der Experte in der Notrufleitstelle wird Ihnen in dieser Ausnahmesituation per Telefon über Lautsprecher Anweisungen geben.

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