Presse

 
Oldenburg/Winnenden, 29.10.2013

Oldenburg fährt „Felix“


Viele in und um Oldenburg haben für ihn gesammelt: den Baby-Notarztwagen „Felix“ zum sicheren Transport von Früh- und Neugeborenen für das Kinderklinikum Oldenburg. Gestern wurde er in Dienst gestellt und zukünftig können damit Frühchen und Neugeborene sicher und optimal betreut zwischen den Kliniken Emden, Nordenham, Papenburg, Westerstede, Aurich, Leer und Delmenhorst und Oldenburg transportiert werden. Gemeinsam mit der Björn Steiger Stiftung, der Oldenburger Kinderklinik und der Nordwest-Zeitung haben die Bürger in ganz unterschiedlichen Aktionen stolze 218.320 Euro gesammelt. Die restlichen 231.680 Euro spendete die Björn Steiger Stiftung, um der Kinderklinik das 450.000 Euro teure Spezialfahrzeug zu ermöglichen. Im Rahmen einer Veranstaltung geladener Spender wird der Wagen präsentiert und ökumenisch getauft. Professor Dr. Jürgen Seidenberg, Direktor in der Kinderklinik, freut sich, dass das Team zukünftig die kleinsten Patienten mit „Felix“ transportieren kann. „Wir wünschen uns nachwievor, dass bei drohender Frühgeburt das sehr unreife Kind noch im Mutterleib zu uns kommt. Aber falls das nicht möglich ist oder ein Kind in schlechter Verfassung auf die Welt kommt, können wir es jetzt viel sanfter und mit mehr therapeutischen Optionen zu uns ins neonatologische Zentrum holen.“, erklärt er.

Der Baby-Notarztwagen „Felix“

Die Björn Steiger Stiftung entwickelte bereits 1974 den ersten Baby-Notarztwagen als Deutschland noch die höchste Säuglingssterblichkeit der westlichen Industrienationen hatte. Mit dem Baby-Notarztwagen „Felix“, der mittlerweile fünften Generation, steht der Kinderklinik Oldenburg ein Fahrzeug mit modernster Medizin- und Fahrzeugtechnik zur Verfügung, das sich in allen technischen Details von normalen Rettungswagen, aber auch bisherigen Generationen von Baby-Notarztwagen grundlegend unterscheidet. Die Stiftung hat hierfür gemeinsam mit Partnern wie z.B. der Drägerwerk AG und der Daimler AG bislang über 5 Mio. Euro in die Entwicklung investiert.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.