Presse

 
Stuttgart - Bad Cannstatt, 20.11.2014

Erfolgsprojekt zieht in die Landeshauptstadt ein - „Retten macht Schule“ nun auch in Stuttgart


Das Johannes-Kepler-Gymnasium nimmt als erste Stuttgarter Schule an dem Projekt „Retten macht Schule“ der Björn Steiger Stiftung teil. Ziel dieser Initiative ist es alle Siebtklässler in Laien-Reanimation fit zu machen. Am Donnerstag, den 20.11.14 wurden einen ganzen Vormittag die Schüler mit dem Thema Erste Hilfe und der AED (Automatisierter externer Defibrillator) -Anwendung vertraut gemacht. Natürlich hat jeder Schüler diese Übungen selbstständig an einer Puppe durchgeführt, damit sich die Vorgänge gut einprägen. Die Jugendlichen waren sichtlich interessiert die richtigen Maßnahmen zu erlernen, um im Ernstfall Leben retten zu können. Da blieben auch kritische Detailfragen nicht aus, die jedoch alle von den Lehrern leicht beantwortet werden konnten. Denn die Anwendung der Herzdruckmassage und des Laien-Defibrillators ist, wie der Name schon sagt, für jeden leicht durchführbar.

Vorige Woche fand die entsprechende Einweisung in das Schulungsmaterial und in den Umgang mit den von der Stiftung entwickelten Übungspuppen für das ausgewählte Kollegium statt. Klaus Dietrich, Leiter für Medizinprodukte und medizinische Ausbildung der Stiftung, erklärte den Lehrern auch den richtigen Umgang mit dem AED. Dieses lebensrettende Gerät ist der Schule ebenfalls von der Stiftung übergeben worden und nun für jeden Schüler, Lehrer und Besucher zentral im Schulgebäude zugänglich. Zusätzlich dazu erhielt das Kollegium ein AED-Trainingsgerät, um den Siebtklässlern im Rahmen von „Retten macht Schule“ die Anwendung zu zeigen.

Das Gymnasium engagiert sich schon seit Jahren im Bereich Notfallhilfe durch Laien. Die Zehntklässler durchlaufen jedes Jahr einen zweitägigen Erste-Hilfe-Kurs, den sie sich für den Führerschein anrechnen lassen können. Ziel ist es nun parallel dazu das Projekt „Retten macht Schule“ jedes Jahr in den siebten Klassen durchzuführen. Lehrerin Margarete Neuwirth-Schmidt, die den Anstoß für die Aktion gegeben hat, ist von der Initiative der Stiftung sichtlich begeistert: „Die Einweisung war spannend und sehr verständlich. Ich würde mir nun auch zutrauen im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands den AED anzuwenden.“ Schulleiter Christian Klemmer liegt die außerunterrichtliche Aufnahme von „Retten macht Schule“ in den Schuljahresplan sehr am Herzen. „Ich traue unseren Schülern sehr wohl zu, dass sie nach einer solchen Unterrichtseinheit im Ernstfall richtig reagieren und den Defibrillator anwenden.“

Hintergrund der Initiative

Seit 2007 engagiert sich die Björn Steiger Stiftung mit der Initiative „Retten macht Schule“ für die deutschlandweite Einführung von Wiederbelebungskursen in Schulen. Diese Breitenausbildung von Jugendlichen ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den plötzlichen Herztod. Im Rahmen dieses Projekts wurden in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern seit 2009 insgesamt schon ca. 50.000 Siebtklässler in Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult.

Damit Laienreanimation in der Gesellschaft selbstverständlicher wird und Berührungsängste abgebaut werden, kämpft die Stiftung ebenfalls seit 2007 für eine Verankerung von entsprechenden Kursen in den Lehrplänen. Dieses Jahr haben diese Bemühungen Früchte getragen. Der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz der Länder hat empfohlen, dass fortan Wiederbelebungskurse fest in den Schulstoff integriert werden.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.