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Winnenden, 02.07.2014

Erfolgsprojekt „Retten macht Schule“: Kultusministerkonferenz der Länder empfiehlt Wiederbelebungskurse im Lehrplan

Künftig sollen an allen deutschen Schulen ab der siebten Klasse Wiederbelebungskurse fest im Schulstoff integriert werden. Das hat der Schulausschuss der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossen. Die Björn Steiger Stiftung hat maßgeblich mit ihrem Projekt „Retten macht Schule“ zu dieser Entscheidung beigetragen. Schon seit 2007 werden im Rahmen dieser Aktion den Schulen die Übungspuppen und das notwendige Schulungsmaterial zur Verfügung gestellt. Zudem wurde die Forderung, dass Wiederbelebungskurse in den Lehrplan aufgenommen werden sollen, kontinuierlich an die Kultusminister der Länder herangetragen.

Die Kampagne wurde in den letzten Jahren wissenschaftlich von Dr. med. Gernot Rücker und seinem Team von der Universitätsmedizin Rostock begleitet. Hier wurde ermittelt, dass die Wiederbelebungskurse ab der siebten Klasse sinnvoll und die Handgriffe für die Schüler problemlos erlernbar sind. In Mecklenburg-Vorpommern fand Anfang Juni die „Lebensretterwoche“ zum fünften Mal statt. Dank dieser Initiative der Björn Steiger Stiftung und dem Engagement der durchführenden Lehrerinnen und Lehrer kann das Land mittlerweile 43.231 potentielle Lebensretter verzeichnen. Dieser Erfolg war weichenstellend für die Entscheidung des Schulausschusses.

Statistisch betrachtet sterben in Deutschland jeden Tag circa 274 Menschen am plötzlichen Herztod. Die Überlebenschancen bei der Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen in den ersten fünf Minuten steigen um signifikante 10-20 Prozent. Die Rettungskräfte und der Notarzt können nicht so schnell vor Ort sein, um dem Betroffenen zu helfen. „Wir möchten den Schülern die Angst und die Unsicherheit vor einer Notfallsituation nehmen und ihnen zeigen, dass ihr Handeln Leben retten kann“, erklärt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. Entscheidend ist, dass schon in jungen Jahren Erste-Hilfe-Maßnahmen als selbstverständlich wahrgenommen werden.
Die positive Resonanz der teilnehmenden Schulen zeigte schon in den letzten Jahren, wie engagiert die Siebtklässler und der Lehrkörper gegenüber dieser Ausbildungsmaßnahme stehen. Die Stiftung begrüßt deshalb die erfreuliche Entscheidung des Schulausschusses Reanimationskurse fest in den Lehrplan zu integrieren. So werden in Zukunft alle Bundesländer dem Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern folgen. Gleichzeitig kämpft die Stiftung weiterhin für eine deutschlandweit flächendeckende Ausbildung im Umgang mit Laien-Defibrillatoren. Zum einen sollen diese an Plätzen mit hoher Besucherzahl, wie beispielsweise in Schulen, aufgestellt werden, damit im Notfall schnell optimierte Hilfe geleistet werden kann. Zum anderen soll die Nutzung dieser lebensrettenden Geräte selbstverständlicher und somit im Idealfall ebenfalls in jungen Jahren erlernt werden.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.