Presse

 
Berlin/Winnenden, 06.10.2010

Deutscher Verkehrssicherheitspreis für Bundesminister a.D. Dr. h.c. Georg Leber

Anlässlich seines 90. Geburtstags am 7. Oktober 2010 würdigen die Deutsche Verkehrswacht e.V. und die Björn Steiger Stiftung den ehemaligen Bundesminister Dr. h.c. Georg Leber mit dem Deutschen Verkehrssicherheitspreis in Gold. Kurt Bodewig, Bundesverkehrsminister a.D., Präsident der Deutschen Verkehrswacht und Vizepräsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates: „Georg Leber hat sich große Verdienste erworben um die Verkehrssicherheit in Deutschland. Er hat mit seinen Maßnahmen und Gesetzen den Grundstein gelegt dafür, dass die Zahl der Verkehrstoten seit den 70er Jahren kontinuierlich zurück geht. Heute sind die Schwerverletzten und Schwerstverletzten unsere größte Herausforderung, die besonderer Präventions-maßnahmen bedürfen.“

Es ist ein Verdienst von Leber, die unterschiedlichen Bereiche der Verkehrspolitik in einem programmatischen Gesamtkonzept zusammengeführt zu haben. Erstmals wandte sich ein Bundesverkehrsminister auch ernsthaft dem Thema „Verkehrssicherheit“ zu. Damals stand die Bundesrepublik Deutschland mit der Zahl der Verkehrstoten in Relation zum Verkehrsaufkommen weltweit an der Spitze: Über 19.000 Tote, darüber hinaus mehr als 200.000 Schwerverletzte waren eine Last, die er bei seinem Amtseintritt vorfand. Dr. Georg Leber ließ erstmals die Ursachen für die Verkehrsunfälle untersuchen - zwei Hauptursachen wurden so wissenschaftlich bestätigt: Zu schnelles Fahren und zu viel Alkohol am Steuer. Gegen heftige Widerstände verschiedener Interessengruppen setzte er unpopuläre Maßnahmen durch und initiierte 1969 die Gründung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR).

Unter Bundesminister Leber wurde 1972 die „Ständige Konferenz Rettungsdienst“ im Verkehrsministerium eingerichtet. Sie entwickelte die ersten Strukturen im deutschen Rettungswesen und verfasste das erste deutsche Rettungsdienstgesetz. Die unter Lebers Führung entworfene Rettungsdienststruktur gilt bis zum heutigen Tag.

1971 wurde durch Leber der in weiten Teilen bereits durchgeführte Abbau von Autobahnbetriebstelefonen an allen deutschen Autobahnen aufgehoben. Auf seine Anweisung wurden alle Autobahnbetriebstelefone wieder aufgebaut, modernisiert und für den Bürger als Autobahnnotruf freigegeben. Er verfasste die Verordnung, dass die Notruftelefone auch bei allen zukünftigen Autobahnneubauten zu installieren und dauerhaft zu betreiben sind. Damit hat er einen wesentlichen und entscheidenden Anteil an der deutschen Notfallkommunikation geleistet.

Bodewig: „Der Deutschen Verkehrswacht und der Björn Steiger Stiftung ist es eine besondere Ehre, Dr. h.c. Georg Leber als Zeichen des tiefen Dankes den Deutschen Verkehrssicherheitspreis in Gold zu überreichen. Er ist Ausdruck der Würdigung der Verdienste von Dr. h.c. Leber als Bundesverkehrsminister und ein Zeichen, dass wir in seinem Sinne weiter arbeiten und uns um Verkehrssicherheit kümmern.“

Die Deutsche Verkehrswacht gehört zu den ältesten und größten Bürgerinitiativen Deutschlands. Seit ihrer Gründung 1924 arbeitet sie für mehr Sicherheit und weniger Unfälle auf unseren Straßen - heute mit mehr als 70.000 ehrenamtlich Engagierten. Sie informieren, beraten und trainieren mit Verkehrsteilnehmern jedes Alters sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Die Zielgruppenprogramme der DVW erreichen rund 2,5 Millionen Menschen pro Jahr. Die DVW finanziert ihre Aktionen und Programme mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.