Presse

 
Stuttgart, 25.06.2014

Baby-Notarztwagen feiert 40-jähriges Bestehen

Vor genau 40 Jahren, am 25.06.1974 wurde in der erste, von der Björn Steiger Stiftung entwickelte, Baby-Notarztwagen in Dienst gestellt. Hintergrund war, dass damals in Deutschland die höchste Säuglingssterblichkeit aller westlicher Industrienationen herrschte. Dies lag hauptsächlich an der praktizierten Trennung zwischen Entbindungs- und Kinderkliniken. Kam es nach der Geburt zu Problemen, mussten die Neu- und Frühgeborenen ohne geeignetes Transportfahrzeug und somit ohne hinreichend medizinische Versorgung von einer zur anderen Klinik verlegt werden. Dies führte häufig zu Spätfolgen oder gar Todesfällen.

Die Ausstattung des ersten Baby-Notarztwagens war schon damals an die speziellen Bedürfnisse der kleinsten Patienten angepasst. Der Transportinkubator wurde quer und nicht längs zur Fahrtrichtung eingebaut, um die Belastungen auf die noch nicht geschlossene Fontanelle des Säuglings möglichst gering zu halten. Darüber hinaus ist Zugang, Überwachung und Betreuung des Kindes auf Grund der veränderten Raum- und Platzaufteilung im Vergleich zum Längstransport, beim Quertransport während der Fahrt um einiges unkomplizierter. Nach der Einführung des ersten Baby-Notarztwagens in konnte im er Großraum die Säuglingssterblichkeit noch im ersten Jahr um fast 70% reduziert werden.

Über die Jahre hinweg hat die Stiftung die technische und medizinische Optimierung des Fahrzeugs weiter vorangetrieben. So konnte 2012 der erste Baby-Notarztwagen der fünften Generation „Felix“ in Dienst treten. Der mit verschiedenen Partnern, wie beispielsweise Dräger, Daimler-Benz oder der Hochschule Esslingen generalüberholte Wagen ist durch sein aktives Dämpfungssystem, das gefederte Unterfahrgestell und den neu entwickelten Intensivarbeitsplatz mit Transportinkubator in Querausrichtung auf dem neuesten Stand der Technik.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.