Presse

 
Winnenden/Neustrelitz, 19.03.2010

11.653 Schüler werden an 281 Schulen zu Lebensrettern ausgebildet


Im Rahmen der Lebensretterwoche zur Initiative „Retten macht Schule“ der Björn Steiger Stiftung (BSS) vom 15.-19. März 2010, in der alle Siebtklässler Mecklenburg-Vorpommerns zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet wurden, fand heute die Abschlussveranstaltung in der Strelitz- Halle in Neustrelitz statt. Insgesamt nahmen 11.653 Schüler an 281 Schulen an der Initiative teil. Die Schirmherrschaft der Initiative in Mecklenburg-Vorpommern hatte Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, übernommen. Die Lebensretterwoche wurde neben dem Bildungsministerium von der Universität Rostock unterstützt, die „Retten macht Schule“ weiterhin wissenschaftlich und beratend begleiten wird. „Die Lebensretterwoche ist ein voller Erfolg in Mecklenburg-Vorpommern. Wir haben von den Schulen und Lehrern viele positive Rückmeldungen bekommen“, sagte Minister Tesch auf der Abschlussveranstaltung in Neustrelitz.

In der vergangenen Woche absolvierten zunächst 300 Lehrerinnen und Lehrer den Vorbereitungslehrgang. Hier wurde Grundlagenwissen vermittelt, das an einer Übungspuppe getestet wurde. Ihr Wissen gaben die Lehrer in dieser Woche an ihre Schüler weiter. Dafür stand jedem Schüler eine Übungspuppe zur Verfügung. Dazu Minister Henry Tesch: „Die Vermittlung von Grundlagenwissen schafft Voraussetzungen, aber das Üben an der Trainingspuppe beseitigt Unsicherheiten. Für die Schülerinnen und Schüler war es wichtig, durch praktische Übungen Erfahrungswerte zu sammeln, die das Selbstbewusstsein stärken und die Hemmschwelle, helfen zu wollen, mindern. Das alles sind wichtige Faktoren für ein sicheres und schnelles Vorgehen in möglichen Notfallsituationen.“

Dabei lernten die Schüler einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und die Herz-Lungen-Wiederbelebung effektiv durchzuführen. Um das erlernte Wissen und die Techniken zu festigen und um die Anzahl der potentiellen Lebensretter zu erhöhen, ist das Projekt bereits für die nächsten fünf Jahre in Mecklenburg-Vorpommern mit der Björn Steiger Stiftung fest vereinbart. Minister Tesch: „Ich danke der Björn Steiger Stiftung für die finanzielle Unterstützung dieses so wichtigen Vorhabens. Die Aktion hat gezeigt, dass Leben retten gelernt werden kann. Der Universität Rostock danke ich für die wissenschaftliche Begleitung und Beratung.“

Die Abschlussveranstaltung für die Woche „Retten macht Schule“ fand zentral für die vier Neustrelitzer Schulen (Integrierte Gesamtschule „Karbe-Wagner“, Regionale Schule „Jawarahal Nehru“, Allgemeine Förderschule Neustrelitz, Gymnasium „Carolinum“) in der Strelitz-Halle in Form einer gemeinsamen Schulung statt. An dieser nahmen auch der Schirmherr der Initiative, Minister Henry Tesch, sowie der Präsident der Björn Steiger Stiftung, Pierre-Enric Steiger, teil.

„Retten macht Schule“ ist ein Spenden- und Sponsoren-finanziertes Projekt der Björn Steiger Stiftung. Zahlreiche prominente Paten setzen sich unterstützend ein und helfen, Gelder für die Anschaffung der Übungspuppen und die Produktion der Schulungsunterlagen zu sammeln. Für die Umsetzung als bundesweites Projekt benötigt die Stiftung insgesamt eine Million Übungspuppen. Eine Übungspuppe kostet 15,- Euro. Spenden können überwiesen werden an die Deutsche Bank, Verwendungszweck: Retten macht Schule, Konto 22 22 2 55 00, BLZ 600 700 70.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.