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Winnenden/Tuttlingen, 06.06.2011

1.200 Tuttlinger Grundschüler üben richtiges Verhalten im Notfall


Was machen Kinder, wenn sie in einer Notfallsituation alleine sind oder ein Erwachsener verunglückt ist? Mit der Spenden finanzierten Initiative „Sani Sanelli“ der Björn Steiger Stiftung (BSS) lernen Grundschüler im Landkreis Tuttlingen spielerisch das Verhalten im Notfall und das Absetzen eines Notrufs. Mit Lehrmaterialien wie Handy-Attrappen, dem Kuscheltier „Sani Sanelli“, einem speziellen Kinderbuch und einem Lied der Bläck Fööss trainieren Grundschüler, wie man am schnellsten Hilfe holt.

Stiftungsvorstand Pierre-Enric Steiger wünscht sich, dass junge Menschen selbstverständlich Erste Hilfe leisten. Dafür sind Grundschüler noch zu jung, aber sie können lernen, wie sie am schnellsten für andere Kinder oder verunglückte Erwachsene Hilfe holen. Dr. Gernot Rücker, Oberarzt des Universitätsklinikums Rostock, hat in seiner neuesten Studie bei Schülern zwischen 10 und 19 Jahren unter anderem herausgefunden, dass die Notrufnummer 112 bei 21,2 % der Schüler nicht bekannt ist oder falsch benannt wird. Es ist also wichtig, schon den jüngeren Schülern beizubringen, wo sie anrufen müssen, um Hilfe zu bekommen. Und darüber hinaus sollten sie auch noch wissen, welche Informationen für die Notrufleitstelle wichtig sind.

Ein Handy kann heute dank der Ende 2006 BSS-initiierten kostenlosen Handyortung im Notfall sogar von der Notrufleitstelle geortet werden. Allerdings haben nicht alle Grundschüler ein eigenes Handy und im Notfall wissen sie oft gar nicht, wie man es bedient. Deshalb lernen sie verschiedene Handytypen kennen und erfahren, wann und wie man damit einen richtigen Notruf an die 112 absetzt.
Ebenso wichtig sind die 5 Ws: Wo, Was, Wie viele, Welche und Warten auf Rückfragen der Leitstelle. Im Kinderbuch „Durch Abenteuer mit Sani Sanelli für den Notfall lernen“ sind sie ein zentrales Element und kehren nach jeder Geschichte mit Übungen und Spielen für die Kinder zum Nachahmen wieder. Neben dem Thema Notruf sollen Kinder aber auch die Angst vor der Operation im Krankenhaus verlieren oder wissen, dass man keine kranken Tiere anfasst und nicht an den Medikamentenschrank geht.

2009 startete Sani Sanelli an 150 Kölner Grundschulen. Im Juni 2010 probten Hamburger Klassen den Umgang mit dem Notfall, im Herbst übten Grundschüler in Schleswig Holstein und Baden-Württemberg mit den Abenteuern von Sani Sanelli. Weitere Bundesländer und Städte sollen folgen. Die aktuelle Aktionswoche mit 200 Schulklassen im Kreis Konstanz ist mit 4.800 Euro Spenden finanziert, denn mit nur 50 Euro kann eine Grundschule ausgestattet werden. Daher sucht die Stiftung Spender für dieses Projekt. Das Spendenkonto für Sani Sanelli lautet: 326 672 702 bei der Volksbank Rems eG, Bankleitzahl 602 901 10.

Die Deutsche Telekom AG engagiert sich
„Wir unterstützen diese Aktion gerne. An Sani Sanelli hat uns überzeugt, dass Kinder als Beteiligte in Notsituationen lernen, schnell zu reagieren, und dabei gezielt auch den Notruf per Handy üben. Die Erfahrung zeigt, dass sich viele Unfälle außer Haus und ohne Zugriff auf ein Festnetztelefon ereignen oder der Verunglückte nicht mehr in der Lage ist, sein Handy selbst zu bedienen. Der kompetente Umgang mit moderner Kommunikation kann im wahrsten Sinne lebensrettend sein“, sagt Martina Schwebe-Eckstein, verantwortlich für gesellschaftliche Projekte bei der Deutschen Telekom AG.

Die Unterstützung für Sani Sanelli ist Teil des strategisch angelegten gesellschaftlichen Engagements der Deutschen Telekom AG, mit dem sie sich ausdrücklich zu ihrer Verantwortung für nachhaltige Entwicklung des Unternehmens und der Gesellschaft bekennt. Mit der Unterstützung für Sani Sanelli vertieft und erweitert die Deutsche Telekom AG ihre breit gefächerten Aktivitäten im Bereich Bildung. Ziel der Deutschen Telekom ist es, eine treibende Kraft für nachhaltiges Leben und Arbeiten in einer digitalisierten Welt zu werden, durch die Kommunikationstechnologien den Weg zu einer Gesellschaft mit geringerem CO2-Ausstoß maßgeblich mitzuprägen und die Menschen chancengleich an der Informations- und Wissensgesellschaft teilhaben zu lassen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.