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Epfendorf, 16.10.2014

Sicherer durch den Schulalltag - Epfendorfs Grundschule verfügt über ein AED-Gerät der Björn Steiger Stiftung

Der Grundschulalltag in Epfendorf ist nun ein großes Stück sicherer geworden. Die Björn Steiger Stiftung übergab gestern der Schulleiterin Barbara Neuwirth ein AED-Gerät (Automatisierter Externer Defibrillator). Bei einem plötzlichen Herzversagen kann nun von jedem Laien optimale Erste Hilfe geleistet werden. Im Rahmen dieser Übergabe fand ebenfalls eine Einweisung in das Gerät für das Kollegium statt. Das Interesse und das Engagement während der Schulung waren groß.

„Bei einem Atemstillstand sollte sofort mit der Herz-Druck-Massage begonnen werden. Eine zweite Person setzt den Notruf ab und holt das AED-Gerät“, erklärt Klaus Dietrich, Leiter für medizinische Ausbildung bei der Björn Steiger Stiftung. „Bei Kindern im Grundschulalter kommt im Falle des Atemstillstands der Defibrillator nicht zur Anwendung, da hier für gewöhnlich keine Herz-Rhythmus-Störungen vorliegen. Ausnahme ist jedoch der Ertrinkungsnotfall. In einem solchen Fall sollte das Kind mit dem in der AED-Tasche beiliegenden Tuch abgetrocknet und daraufhin defibrilliert werden.“ Dieser Hinweis ist entscheidend, da sich in unmittelbarer Nähe der Schule eine Schwimmhalle befindet. Ansonsten kann nun natürlich bei allen erwachsenen Personen, wie Lehrer, Eltern oder sonstige Besucher in der Schule, optimal Erste Hilfe geleistet werden.

Der Defibrillator wird voraussichtlich im Foyer der Sporthalle gut auffindbar platziert werden, da er hier sowohl während des Schulbetriebs als auch bei anderen Veranstaltungen zugänglich wäre. Alle Eltern und Anwohner werden entsprechend informiert und in der Schule bringt die Schulleitung Hinweisaufkleber an. „Eigentlich müssen bei Erster Hilfe nur wenige Schritte beachtet werden. Aber in einer Notfallsituation kann es natürlich passieren, dass man verunsichert ist. Dabei kann man eigentlich nichts falsch machen. Das Gerät gibt dem Ersthelfer alle notwendigen Anweisungen vor“, meint Barbara Neuwirth, die sich sehr über die verständliche Einweisung gefreut hat. „Kurse zum Thema Wiederbelebung sollten regelmäßig wiederholt werden, um solchen Unsicherheiten vorzubeugen.“

Die Grundschule hat ebenfalls beschlossen, dass Sani Sanelli-Lehrpaket der Björn Steiger Stiftung in den Unterricht zu integrieren. Hier werden die Kinder mit Geschichten des lustigen roten Kobolds altersgerecht auf Notfallsituationen vorbereitet.

Hintergrund der Initiative

Die Björn Steiger Stiftung setzt sich seit den Siebziger Jahren mit ihrer Initiative „Kampf dem Herztod“ für eine Breitenausbildung von Laien in der Anwendung von Herzdruckmassagen und im Umgang mit Defibrillatoren ein. Bis 2001 waren Defibrillatoren in Deutschland weitestgehend unbekannt und zu teuer. Mit einer Abnahmegarantie für die Hersteller und einer hohen Bürgschaft halbierte die BSS die Kosten von damals bis zu 5.000 Euro für ein Gerät auf 2.500 Euro, um die Laien-Defibrillation in Deutschland bekannt zu machen. Die Stiftung stellte zudem den Stadt- und Landkreisen über 900 AEDs im Gesamtwert von 2,3 Mio. Euro für die Breitenausbildung der Bevölkerung zur Verfügung. Dadurch wurden seit 2001 mehrere hunderttausend Bürger ausgebildet und viele Firmen und Gemeinden mit Laien-Defibrillatoren ausgestattet.

Der Einsatz dieser Geräte ist entgegen der gängigen Ansicht, auch nicht schwierig. Eine Audioanleitung erklärt jeden notwendigen Schritt. Bei einem Herzversagen hat der Betroffene meist nur eine Chance, wenn diese Wiederbelebungsmaßnahmen innerhalb der ersten fünf Minuten eingesetzt werden. Langfristiges Ziel der Stiftung ist das Vorhandensein eines AEDs in allen öffentlichen Einrichtungen, in jeder Firma und in jedem Haushalt, um eine deutschlandweite Flächendeckung zu erreichen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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