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Neuwied, 19.12.2014

Sicherer Transport der Kleinsten - Marienhaus Klinikum erhält Transportinkubator der Björn Steiger Stiftung

Das Perinatalzentrum des Marienhaus Klinikums St. Elisabeth erhält einen Transportinkubator der Björn Steiger Stiftung. Dieser neue Inkubator wird einen bereits bestehenden, jedoch veralteten Inkubator für den Rettungswagen ersetzen. Somit wird der sichere Transport von Frühchen und Babys im Raum sichergestellt.

Die Übergabe des Inkubators fand heute durch den Direktor Baby-Notarztwagen der Björn Steiger Stiftung, Thomas Pflanz, an Dr. Urban Himbert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, statt. Dieser hat sich über die neue Errungenschaft sichtlich gefreut: „Wir sind in unserem Perinatalzentrum nun mit zwei Transportinkubatoren auf dem neusten Stand der Technik ausgerüstet, was optimal ist, um im Ernstfall zeitgleich zwei Kinder transportieren zu können.“ Das rund 100.000 Euro teure Gerät ist eine kostenlose Dauerleihgabe an das Klinikum und wird hier fortan seinen Dienst erweisen. Die Stiftung übernimmt alle fortlaufenden, anfallenden Kosten.

Es kann leider immer wieder passieren, dass Frühchen als Notfall in ein Perinatalzentrum oder in eine Fachklinik verlegt werden müssen. Doch auch Säuglinge, deren Gesundheitszustand sich nach einer Geburt oder einer Risikoschwangerschaft rapide verschlechtert und die somit schnell fachärztlicher Hilfe bedürfen, müssen unter Umständen verlegt werden. Hierfür bietet der Transportinkubator mit Intensivarbeitsplatz die beste Alternative, denn er gewährt alle aktuellen technischen Standards.

Die Klinik ist als Perinatalzentrum Level 1 zertifiziert, welches mit jährlich ca. 1.200 Geburten eines der größten im nördlichen Rheinland-Pfalz ist. Hier werden Risikoschwangerschaften betreut und jährlich ca. 50 Kinder, mit weniger als 1.500 Gramm Geburtsgewicht auf die Welt gebracht. Doch auch die Versorgung älterer, intensivbehandlungsbedürftiger Kinder wird hier in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin kompetent gewährleistet. Der Transportinkubator wird fortan das Spektrum der bestens ausgestatteten Klinik abrunden.

Hintergrund der Initiative

Bis 1974 hatte die Bundesregierung die höchste Säuglingssterblichkeit aller westlichen Industriestaaten. Grund hierfür war die Trennung der Entbindungs- und Kinderkliniken. Die Kinder mussten ohne geeignetes Transportfahrzeug und somit ohne hinreichend medizinische Versorgung von einer zur anderen Klinik transportiert werden. Deswegen entwickelte die Björn Steiger Stiftung 1974 den ersten Baby-Notarztwagen, mit Transportinkubator, woraufhin die Säuglingssterblichkeit im selben Jahr bereits gesenkt werden konnte. Heutzutage werden die Kliniken immer öfter zusammengelegt, sodass Transportwege teilweise eingespart werden können. Doch Verlegungen und Notfalltransporte von Frühchen und Säuglingen finden nach wie vor statt. Da ein Baby-Notarztwagen noch immer nicht im Rettungsmittelgesetz verankert ist, sind Kliniken auf deren Spende angewiesen. Die Björn Steiger Stiftung ließ ab 2009 den Baby-Notarztwagen generalüberholen. Verschiedene Partner waren daran beteiligt, u.a. die Hochschule Esslingen, Dräger und Daimler-Benz, um so die 5. Generation des Baby-Notarztwagens „Felix“ auf den Markt und an die Kliniken zu bringen. Besonders hervorzuheben sind hierbei das aktive Dämpfungssystem, das gefederte Unterfahrgestell, der neu entwickelte Intensivarbeitsplatz mit Inkubator und dessen bewährter Quertransport.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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