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Rastatt, 01.07.2015

Schlossgalerie Rastatt im Kampf gegen den plötzlichen Herztod gerüstet

Die Björn Steiger Stiftung übergab am Mittwoch, den im Rahmen der Initiative „100.000 Leben zu retten“ eine AED-Säule (automatisierter externer Defibrillator) an das Einkaufszentrum Schlossgalerie in Rastatt. Jährlich sterben etwa 100.000 Menschen deutschlandweit am plötzlichen Herztod. Es kann jeden treffen, auch gesunde und sportliche Menschen. Den Betroffenen muss innerhalb kürzester Zeit geholfen werden, denn mit jeder ungenutzten Minute verschlechtert sich die Überlebenschance rapide. Auf das Eintreffen des Notarztes zu warten wäre fatal. Anwesende Laien sollten sofort mit der Herzdruckmassage beginnen und einen Defibrillator einsetzen. Dieser gibt nach dem Einschalten alle nötigen Schritte vor, man kann nichts falsch machen. Nun ist solch ein lebensrettendes Gerät auch in der er Schlossgalerie installiert. Die AED-Säule ist eine umgebaute, ehemalige Notrufsäule der Stiftung und durch ihr markantes, orangenes Aussehen schwer zu übersehen.

Die Björn Steiger Stiftung setzt sich seit den Siebziger Jahren mit ihrer Initiative „Kampf dem Herztod“ für eine Breitenausbildung von Laien in der Anwendung von Herzdruckmassagen und im Umgang mit Defibrillatoren ein. Bis 2001 waren Defibrillatoren in Deutschland weitestgehend unbekannt und zu teuer. Mit einer Abnahmegarantie für die Hersteller und einer hohen Bürgschaft halbierte die BSS die Kosten von damals bis zu 5.000 Euro für ein Gerät auf 2.500 Euro, um die Laien-Defibrillation in Deutschland bekannt zu machen. Die Stiftung stellte zudem den Stadt- und Landkreisen über 900 AEDs im Gesamtwert von 2,3 Mio. Euro für die Breitenausbildung der Bevölkerung zur Verfügung. Dadurch wurden seit 2001 mehrere hunderttausend Bürger ausgebildet und viele Firmen und Gemeinden mit Laien-Defibrillatoren ausgestattet. Langfristiges Ziel der Stiftung ist das Vorhandensein eines AEDs in allen öffentlichen Einrichtungen, in jeder Firma und in jedem Haushalt, um eine deutschlandweite Flächendeckung zu erreichen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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