Presse

 
Winnenden/Berlin, 12.11.2009

„Retten macht Schule“-Premiere in Berlin

Heute fand an Berliner Schulen die Premiere des „Erste-Hilfe-Tags“ statt - mehr als 6.000 Siebtklässler wurden dabei erfolgreich zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet. Initiator der Aktion „Retten macht Schule“ (www.retten-macht-schule.de) ist die Björn Steiger Stiftung. Sie setzt sich im Kampf gegen den plötzlichen Herztod dafür ein, dass eine Schulstunde in „Erster Hilfe“ zum festen Bestandteil des Lehrplans der 7. Klassen wird. Unterstützt wird das Projekt vom Senat für Bildung, Wissenschaft und Forschung, von der Berliner Feuerwehr und dem Oberarzt der Universitätsklinik Rostock, Dr. Gernot Rücker. Vor Ort waren heute auch die prominenten Paten des Projekts: Tobias Licht, Alexander Mazza, Dirk Moritz und Carsten Spengemann. Nach dem Startschuss in Berlin sollen ab 2010 weitere Bundesländer folgen. Das Ziel: in den kommenden fünf Jahren alle Siebtklässler Deutschlands in Erste Hilfe auszubilden.

Schüler steigern Überlebensrate
Im Zentrum der heutigen Premiere stand die Wilma-Rudolph Oberschule in Berlin-Zehlendorf stellvertretend für alle teilnehmenden Schulen. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung hat die Björn Steiger Stiftung dort das Projekt vorgestellt. Stiftungsvorstand Pierre-Enric Steiger: „Wir wollen, dass junge Menschen selbstverständlich Erste Hilfe leisten.“ Dr. Gernot Rücker, Oberarzt des Universitätsklinikums Rostock bestätigt die Sinnhaftigkeit des Projekts: „Erste Hilfe ist ab Klassenstufe 7 problemlos theoretisch erlernbar und praktisch mit Erfolg durchführbar. Wir empfehlen die flächendeckende Einführung von Wiederbelebungskursen an den Schulen als Pflichtlernstoff. Denn durch die Maßnahme könnte selbst bei vorsichtiger Schätzung eine Steigerung der Überlebensrate nach Herz-Kreislaufstillstand von 10-20 % erreicht werden.“

Schnell gelernt - effektiv geholfen
Nachdem auch die prominenten Paten die persönlichen Beweggründe ihres Engagements geschildert hatten, wurde es für die 12-jährigen Schüler ernst: Acht Lektionen Erste Hilfe standen auf dem Programm, um zu erlernen einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und die Herz-Lungen-Wiederbelebung effektiv durchzuführen. Alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Kurs in Wiederbelebung wurden für die Wilma-Rudolph-Schule und alle anderen Schulen sichergestellt: Anhand eines medizinisch geprüften e-Learning-Kurses und eines Trainingshandbuchs erwerben zunächst die Lehrkräfte die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten, um diese danach an ihre Schüler weitergeben zu können. Ohne Vorkenntnisse liegt der Aufwand dafür bei 30 Minuten. Für den Schulunterricht selbst stellt die Stiftung jedem Schüler eine Übungspuppe zur Verfügung, an der alle Lektionen geübt werden können. Darüber hinaus enthält das Paket eine Kurzanleitung und eine Schulungs-DVD. So können die Schüler auch nach dem Unterricht üben und sich interaktiv am Computer mit dem Thema beschäftigen. Die Übungspuppe kann für einen begrenzten Zeitraum mit nach Hause genommen werden, um auch Familie und Freunde die richtige Herz-Lungen-Wiederbelebung zu zeigen. Alle Trainingsmaterialien sind für die teilnehmenden Schulen kostenfrei. Auch die Logistik wird von der Stiftung übernommen.

Hintergrund: Plötzlicher Herztod ist häufige Todesursache
Jährlich sterben in Deutschland über 80.000 Menschen am plötzlichen Herztod - statistisch betrachtet stirbt alle 5 Minuten ein Bundesbürger. Damit ist der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen und somit eine der größten medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die meisten Menschen fühlen sich unsicher im Notfall Erste Hilfe zu leisten. Bis der Notarzt oder Rettungsdienst eintrifft, ist es zu spät: In den ersten drei bis fünf Minuten müssen wiederbelebende Maßnahmen ergriffen werden. Rettungskräfte oder Ärzte können nicht so schnell vor Ort sein, der beherzt handelnde Laie in der Nähe ist überlebenswichtig.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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