Presse

 
Oldenburg, 02.06.2015

Modernes Simulationstraining am Baby-Notarztwagen „Felix“

Unter dem Motto „Mehr Sicherheit für Frühchen und Neugeborene bei der Versorgung auf Station und beim Transport im Baby-Notarztwagen ,Felix' durch modernes Simulations-Teamtraining“ fanden in am Elisabeth-Kinderkrankenhaus vom 28.-30.05. von der Björn Steiger Stiftung angebotene Praxis-Schulungen statt. In den Seminarräumlichkeiten des Klinikums und in der Feuerwache wurden von dem Institut für Patientensicherheit (InPASS) verschiedene Notfallszenarien realitätsnah nachgestellt und anschließend im Plenum analysiert. Ärzte und Pflegekräfte aus der Neonatologie konnten an einer hochtechnisierten Säuglings-Simulationspuppe Teamkoordination, sichere Kommunikation und diverse Arbeitsprozesse trainieren und mit Unterstützung der Instruktoren von InPASS in Kooperation mit dem Klinikum Itzehoe verbessern.

Das Klinikum ist eine der ersten deutschen Kliniken, die das moderne Baby-Notarztwagen-System „Felix“ der Björn Steiger Stiftung in Dienst hat. Zu dem Konzept des Projektes „Felix“ zählt neben dem Augenmerk auf moderne fahrzeugtechnische und medizinische Ausstattung auch das Training von kritischen Situationen im Team, die bei der Transportvorbereitung und während des Transports auftreten können. Dieses wird, so wie das Fahrzeug selbst, aus Fördergeldern und Spenden finanziert. Prof. Dr. Jürgen Seidenberg, Direktor der Neonatologie und Intensivstation der Kinderklinik, betont die Vorteile einer derartigen Fortbildung: „Die konkrete Ausbildung zur Teamarbeit ist wichtig. Unterschiedliche Disziplinen müssen unter Stress adäquat reagieren und effektiv zusammenarbeiten. Das kann nur so geübt werden.“ Das Feedback zur praxisnahen Trainingsmöglichkeit unter den Teilnehmern war ebenfalls durchgehend positiv. „Es ist ziemlich nah an der Realität und schon nach wenigen Sekunden ist man tatsächlich im Kopf schon im realen Szenario drin - reagiert so wie man auch in einem realen Moment reagieren würde - und das macht dieses Training auch sehr authentisch“, so Roland Mersch, ein Kursteilnehmer.

Die Björn Steiger Stiftung hat sich bei der Entwicklung eines Konzepts für die Notfallversorgung von Säuglingen ein ganzheitliches System zum Ziel gesetzt, das die kleinsten Patienten ganz in den Mittelpunkt stellt und alle Prozessbereiche zum Wohle der Frühchen zu optimiert. Dies umfasst auch die Qualität der menschlichen Faktoren. Technisch wurde beim Baby-Notarztwagen „Felix“ mit dem verbesserten Intensivtransportarbeitsplatz, dem Unterfahrgestell, dem Be- und Entladesystem, dem Dämpfungssystem sowie der Akustikoptimierung im Fahrzeug alles aktuell Umsetzbare realisiert. Der Faktor Mensch ist jedoch wie in allen anderen Berufen die höchste, natürliche Fehlerquelle. Die Stiftung will nichts unversucht lassen, um diesen Bereich weiter zu qualifizieren und zu trainieren.

„Felix“ im Einsatz

Übergeben wurde das Baby-Notarztwagen-System „Felix“ 2013 an das St. Marienhospital Vechta und an das Klinikum . Noch ist das Klinikum Flensburg nicht mit dem neuen „Felix“ ausgestattet, aber durch Spenden wurde die Klinik mit einem Ersatz-Inkubator für deren defektes Gerät versorgt. Dieser Inkubator ist nun seither ca. 40 Mal im Jahr auf Inselflügen und Fahrten zur Verlegung im Einsatz, so zum Beispiel von den nahegelegenen Nordseeinseln Föhr oder Sylt, aber auch bei Hausgeburten und für Fahrten in andere Kliniken zu Operationen. Bald könnte „Felix“ auch in Leipzig kleine Patienten von A nach B bringen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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