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Winnenden, 20.11.2008

„Kampf dem Herztod“: Preise für Defis erneut halbiert

100.000 Menschen sterben jährlich am plötzlichen Herztod. Durch sofortige Herz-Lungen-Wiederbelebung und Laien-Defibrillation durch AED-Geräte (automatisierter externer Defibrillator) könnten viele davon gerettet werden. Über die Björn Steiger Stiftung (BSS) gibt es ab sofort einen Defibrillator schon für 499,- Euro, damit halbiert die Stiftung zum wiederholten Mal den Preis.

Mit einem Laien-Defibrillator (Defi) kann jeder schnell Hilfe leisten, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Laut Gesetz muss dieser innerhalb von zehn bis 15 Minuten an der Unfallstelle sein. Häufig werden diese gesetzlichen Hilfsfristen nicht eingehalten, aber selbst wenn, dann ist es bei plötzlichem Herzversagen zu spät, hier zählen die ersten fünf Minuten. Danach treten irreparable Hirnschäden auf.

Mit einem Defi jemanden wiederzubeleben ist nicht schwierig, das Gerät spricht mit dem Anwender und erklärt jeden Schritt. Der Schock wird garantiert nur ausgelöst, wenn der Patient tatsächlich ein Herzproblem hat. Batterie und Elektroden sind fünf Jahre haltbar, die Garantie gilt fünf Jahre, und das Gerät kontrolliert seine Funktionsfähigkeit selbst. Nach Benutzung wird das Gerät gegen eine neues zum Preis von 357,- Euro ausgetauscht.

„Jedes Haus hat einen Feuerlöscher - wir wünschen uns zukünftig ebenso viele Defibrillatoren in deutschen Haushalten“, schildert Pierre-Enric Steiger die Motivation der Björn Steiger Stiftung, die Verkaufspreise von Defis massiv zu senken.

Schon 2001 hatte die BSS mit der Initiative „Kampf dem Herztod“ einen Meilenstein gesetzt: Defibrillatoren waren bis dahin in Deutschland weitestgehend unbekannt und zu teuer. Mit einer Abnahmegarantie für die Hersteller und einer hohen Bürgschaft halbierte die Stiftung die Kosten von damals bis zu 5.000 Euro für ein Gerät auf 2.500 Euro, um die Laien-Defibrillation in Deutschland bekannt zu machen. Die Stiftung stellte zudem den Stadt- und Landkreisen über 900 Defis im Gesamtwert von 2,3 Mio. Euro für die Breitenausbildung der Bevölkerung zur Verfügung. Dadurch wurden seit 2001 mehrere hunderttausend Bürger ausgebildet und viele Firmen und Gemeinden mit Laien-Defis ausgestattet.

Die Björn Steiger Stiftung setzt sich seit fast 40 Jahren für die Verbesserung der deutschen Notfallhilfe ein und sorgt mit vielen Initiativen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr - so zum Beispiel mit der Einführung der bundesweiten Notrufnummer 110/112, der Notruftelefone, des 24-Stunden-Notarztsystem oder etwa „LifeService 112“, der kostenlosen Handyortung im Notfall.

Mehr Infos zu Defibrillatoren und dem PDU400 unter www.steiger-stiftung.de.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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