Presse

 
Leipzig/Winnenden, 08.06.2015

„Felix“ für die kleinsten Leipziger

Die Björn Steiger Stiftung und die Stadt Leipzig beabsichtigen, gemeinsam mit dem St. Georg-Klinikum, dem Universitätsklinikum Leipzig und dem Herzzentrum Leipzig die Beschaffung eines Baby-Notarztwagens „Felix“ der Björn Steiger Stiftung. Damit die kleinsten Patienten sicher sowie medizinisch optimal versorgt und so schonend wie möglich von der Entbindungsklinik zur nächstgelegenen Kinderklinik kommen, rüstet die Björn Steiger Stiftung nach und nach Perinatalzentren in ganz Deutschland mit dem derzeit modernsten Baby-Notarztwagen „Felix“ aus. Schirmherr für das Projekt in Leipzig ist Kurt Biedenkopf. Gemeinsam mit den Vertragspartnern sucht die Stiftung nun Sponsoren und Förderer für dieses ganzheitliche Transport-System.

Dieses Projekt ist aufgrund der Kooperation von drei Kliniken bis dato einmalig. Entsprechend sollen zusammen mit „Felix“ auch drei Spezialinkubatoren finanziert werden, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten. „Der Transport eines kranken Neugeborenen ist mit erheblichen Risiken behaftet und bringt erhebliche Notwendigkeiten mit sich, die in normalen Rettungswagen nur unzureichend erfüllt werden können“, betont Prof. Dr. Ulrich Thome, Leiter der Abteilung für Neonatologie des Universitätsklinikums. „Da Transporte Neugeborener nie ganz vermieden werden können, ist der Einsatz eines für die Erfordernisse dieser kleinen Kinder zugeschnittenen Spezialfahrzeuges äußerst wünschenswert, um einen möglichst sanften und komplikationslosen Transport dieser Kinder zu erreichen.“

Karl-Heinz Schneider, Leiter der Branddirektion in Leipzig zeigt sich von dem Vorhaben dieser Kooperation begeistert: „Es kann keinen Zweifel geben, dass zu früh geborenen Kindern eine besondere Sorgfalt zukommen sollte. Leider gibt es dafür noch keinen gesetzlichen Standard im Freistaat Sachsen. Umso wichtiger ist die Arbeit der Stiftung, hierzu entsprechende alternative Voraussetzungen zu schaffen.“

Die Björn Steiger Stiftung hofft auf viel Unterstützung von der Bevölkerung, damit die empfindlichen Frühchen so bald wie möglich in die Vorzüge von „Felix“ kommen werden.

Spendenkonto: Stadt- und Kreissparkasse Leipzig
IBAN: DE76 86055592 1090111904
BIC: WELADE8LXXX

Hintergrund der Initiative

Bis 1974 hatte die Bundesregierung die höchste Säuglingssterblichkeit aller westlichen Industriestaaten. Grund hierfür war die Trennung der Entbindungs- und Kinderkliniken. Die Kinder mussten ohne geeignetes Transportfahrzeug und somit ohne hinreichend medizinische Versorgung von einer zur anderen Klinik transportiert werden. Deswegen entwickelte die Björn Steiger Stiftung 1974 den ersten Baby-Notarztwagen, woraufhin die Säuglingssterblichkeit im selben Jahr bereits gesenkt werden konnte. Heutzutage werden die Kliniken immer öfter zusammengelegt, sodass Transportwege teilweise eingespart werden können. Doch Verlegungen und Notfalltransporte von Frühchen und Säuglingen sind nach wie vor häufig nicht zu vermeiden. Da ein Baby-Notarztwagen noch immer nicht im Rettungsmittelgesetz verankert ist, sind Kliniken auf deren Spende angewiesen. Die Björn Steiger Stiftung konzipierte ab 2009 einen vollständig neuen Baby-Notarztwagen-Typ, der den fortschrittlichsten technischen und medizinischen Ansprüchen genügt. Verschiedene Partner waren daran beteiligt, u.a. die Hochschule Esslingen, Dräger und Daimler-Benz, um so die 5. Generation des Baby-Notarztwagens „Felix“ an die Kliniken zu bringen. Besonders hervorzuheben sind hierbei das aktive Dämpfungssystem, das gefederte Unterfahrgestell, der neu entwickelte Intensivarbeitsplatz mit Inkubator und dessen bewährter Quertransport.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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