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Winnenden, 11.02.2015

Europäischer Tag des Notrufs 112 - Nur drei Ziffern für die gesamte EU und darüber hinaus

Heute, am 11.2., findet der Europäische Tag des Notrufs 112 statt. Dieser wurde 2009 von der EU ins Leben gerufen, um auf die EU-weit gültige und gebührenfreie Notrufnummer 112 aufmerksam zu machen. Das Datum ist somit aufgrund der Ziffern nicht zufällig gewählt.

Die Björn Steiger Stiftung setzte in der Einführung und Verbreitung der einheitlichen Nummer den Grundstein und möchte diesen Tag ebenfalls nutzen, um auf die 112 und vor allem auf ihre Reichweite aufmerksam zu machen. In vielen europäischen Nationen, auch in Deutschland, weiß ein großer Teil der Bevölkerung nach wie vor nicht, welche Nummer im Ernstfall gewählt wird und dass über die 112 in allen EU-Mitgliedstaaten ein Notruf abgesetzt werden kann.

Der Euronotruf wurde 1991 von der EU-Kommission für alle Länder der EU bindend beschlossen. Doch auch in Nicht-EU-Ländern wie der Schweiz, der Türkei, Island, Norwegen, Russland u.v.m. gelangt man durch Wählen der 112 zu einer Rettungsleitstelle des entsprechenden Landes. In insgesamt 38 Ländern Europas erhält man heute Hilfe unter dieser Kurzwahl. In China, Kanada und den USA wird man beim Wählen dieser Nummer automatisch auf die örtlich geltende Notrufnummer weitergeleitet.

Im Frühjahr 1973 führte die Björn Steiger Stiftung die weltweit erste flächendeckende Notrufnummer 110/112 in allen Ortsnetzen der Deutschen Bundespost im damaligen Regierungsbezirk Nordwürttemberg ein. Als die bundesweite Einführung scheiterte, verklagte Siegfried Steiger am 27. Juli 1973 das Land Baden-Württemberg und die Bundesrepublik Deutschland vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart auf Einführung der Notrufnummer (AZ: II 139/73). Die Klage wurde am 3. September 1973 erwartungsgemäß abgelehnt, führte aber zu einer breiten Unterstützung durch die Öffentlichkeit. Am 20. September 1973 wird die Einführung des Notrufs dann auf der Sitzung der Ministerpräsidenten mit dem Bundeskanzler beschlossen. Vier Jahrzehnte später wurden Ute und Siegfried Steiger von der UN in Brüssel für die erste flächendeckende Einführung des Notrufs 112 ausgezeichnet.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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