Presse

 
Winnenden, 11.02.2016

Europäischer Tag des Notrufs 112 - 25 Jahre Notruf in Europa

Am 11.2. findet der Europäische Tag des Notrufs statt. Die Björn Steiger Stiftung nimmt diesen Tag zum Anlass in der Bevölkerung nachzuhorchen, wie es um das Wissen des Euronotrufs bestellt ist. Am 29.01.16 führte sie aus diesem Grund eine Umfrage in der Stuttgarter Innenstadt durch. Dabei ging es u. a. um folgende Fragen: „Welche Notrufnummer wählen Sie, wenn Sie gerade im Urlaub in der Türkei sind?“ „Welche Telefongebühren fallen an, wenn Sie den Notruf 112 in Italien absetzen?“ oder „Müssen Sie beim Notruf 112 aus dem europäischen Ausland die entsprechende Ländervorwahl vorwählen?“ Das Ergebnis: Es herrscht noch viel Unwissenheit.

Hier kann das Video in voller Länge abgespielt werden.

Vor 25 Jahren, 1991, hat der EU-Ministerrat beschlossen, dass über die 112 in allen EU-Ländern die nächstgelegene Notrufleitstelle erreicht werden soll. Seit 2008 kann über diese Kurzwahl kostenlos, egal ob vom Festnetz oder vom Handy aus, Hilfe angefordert werden. Dank des Mobilfunk-Standards GSM kann jeder mit dem Handy weltweit über die 112 einen Notruf absetzen. Den Grundstein für den flächendeckenden Notruf setzte vor 43 Jahren die Björn Steiger Stiftung.

Der Europäische Tag des Notrufs wurde 2009 von der EU eingeführt, um auf die großflächige Verfügbarkeit der 112 aufmerksam zu machen. Denn noch immer wissen viele EU-Bürger nicht, dass die Nummer im europäischen Ausland und beispielsweise in der Türkei, Schweiz und sogar in den USA Gültigkeit hat.


Pionier des Notrufs

Vor 43 Jahren führte die Björn Steiger Stiftung die 110/112 in allen Ortsnetzen der Deutschen Bundespost im damaligen Regierungsbezirk Nordwürttemberg ein. Dies war das erste, flächendeckende Gebiet der Welt, welches über den Notruf 110 die Polizei und die 112 den Rettungsdienst und die Feuerwehr erreichen und so Hilfe in Notfällen anfordern konnte. Als die bundesweite Einführung scheiterte, verklagte Siegfried Steiger am 27.07.1973 das Land Baden-Württemberg und die Bundesrepublik Deutschland vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart auf Einführung der Notrufnummer. Die Klage wurde zwar abgelehnt, führte aber zu einer breiten Unterstützung durch die Öffentlichkeit. Im September 1973 wurde die Einführung des Notrufs auf der Sitzung der Ministerpräsidenten mit dem Bundeskanzler beschlossen.


Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation. Seit dem 7. Juli 1969 war und ist es Ziel der Stiftung, die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Seit über 45 Jahren unterstützt und entwickelt die Stiftung daher viele Initiativen, die die Notfallhilfe in Deutschland kontinuierlich verbessert haben. Meilensteine dieser Arbeit sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handy-Ortung bei Notruf. Aktuell soll Deutschland flächendeckend mit dem neuen Baby-Notarztwagen "Felix" ausgestattet werden. Mit dem Projekt "Retten macht Schule" lernen Siebtklässler die Herz-Lungen-Wiederbelebung, für Grundschüler gibt es das Projekt Sani Sanelli, bei dem sie spielerisch das richtige Verhalten im Notfall üben.

Weitere Informationen:

Anna Eberchart

Björn Steiger Stiftung
Petristraße 12
71364 Winnenden
T +49 7195-30 55-215
F +49 7195-30 55-912
E a.eberchart@steiger-stiftung.de
H www.steiger-stiftung.de
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