Presse

 
Mecklenburg-Vorpommern, 02.06.2014

Es wird wieder kräftig gedrückt - neue Lebensretter in Mecklenburg-Vorpommern


In der Woche vom 02.06. zum 05.06 findet in zum mittlerweile fünften Mal die Aktion „Retten macht Schule statt“. Diese von der Björn-Steiger-Stiftung initiierte Ausbildungsmaßnahme (www.retten-macht-schule.de) hat zum Ziel, aus Schülern der siebten Klasse potentielle Lebensretter zu machen.

Dieses Jahr nehmen 149 Schulen mit insgesamt 6585 Schülern teil. In Kooperation mit dem Kultusministerium und dem Universitätsklinikum Rostock, das das Projekt wissenschaftlich begleitet, stellt die Stiftung die notwendigen Übungspuppen und Material zur Verfügung. Damit lernen die Zwölfjährigen, einen plötzlichen Herzstillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchzuführen. Drägerwerk AG & Co. KGaA unterstützt die Initiative auch in diesem Jahr finanziell. Es ist vor allem dem Engagement der durchführenden Lehrerinnen und Lehrern zu verdanken, dass es nach der fünften Runde „Retten macht Schule“ 43.231 potentielle Lebensretter in gibt.

Alle Abläufe und Handgriffe aus dem Wiederbelebungskurs sind unkompliziert, werden altersgerecht erklärt und sind schnell erlernt. Je mehr Menschen schon im jungen Alter mit Erster Hilfe vertraut gemacht werden, desto größer ist die Chance, dass im Ernstfall lebensrettende Maßnahmen ergriffen werden. Die Überlebensquote bei der Durchführung dieser würde um signifikante 10-20% steigen. „Statistisch betrachtet stirbt in Deutschland alle fünf Minuten ein Mensch am plötzlichen Herztod. Bis der Arzt und die Rettungskräfte vor Ort sind, ist es meist schon zu spät, um dem Betroffenen helfen zu können. Wir möchten den Schülern die Angst und die Unsicherheit vor einer Notfallsituation nehmen und ihnen zeigen, dass ihr Handeln Leben retten kann“, erklärt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung.

Die positive Resonanz auf das Projekt „Retten macht Schule“ hat in den letzten Jahren gezeigt, wie engagiert Lehrer und Schüler zu dieser Aktionswoche stehen. Die Kinder dürfen die Puppen sogar mit nach Hause nehmen und ihren Eltern und Geschwistern das Erlernte zeigen und weitertrainieren. Mit der beiliegenden Kurzanleitung und Schulungs-DVD sind die Übungen nach dem Unterricht auch gar kein Problem. So erhält die ganze Familie eine Auffrischung in oder gar einen ersten Zugang zu Wiederbelebungsmaßnahmen, für die Siebtklässler bedeutet das ganz nebenbei eine Wiederholung und somit Festigung des Erlernten.

Die Stiftung fordert deutschlandweit die Aufnahme der Wiederbelebungskurse in den festen Lehrplan und empfiehlt, dass alle weiteren Bundesländer dem Beispiel von folgen. Um eine solche bundesweite Initiative zu ermöglichen und um die notwendigen Materialien zu beschaffen, ist die Stiftung auf Spenden und Sponsoren angewiesen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.