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Wesel, 27.01.2015

Erstversorgungsstützpunkt für Wesel

Die Björn Steiger Stiftung übergibt am Dienstag, den im Rahmen der Initiative „100.000 Leben zu retten“ eine AED-Säule (automatisierter externer Defibrillator), genauer gesagt den „Kopf“ einer AED-Säule an den er real,- Markt in der Rudolf-Diesel Straße. Jährlich sterben etwa 100.000 Menschen deutschlandweit am plötzlichen Herztod, dies übersteigt beispielsweise die Zahl der jährlichen Verkehrsopfer. Diese enorm hohe Zahl könnte jedoch verringert werden, wenn es flächendeckend Zugang zu Defibrillatoren gäbe und deren Gebrauch selbstverständlicher wäre. Grund genug für die Björn Steiger Stiftung Erstversorgungsstützpunkte mit Defibrillatoren zu einzurichten. In Nordrhein-Westfalen ist diese er AED-Säule bereits die 14., die die Björn Steiger Stiftung aufstellt. Die Säulen sind ehemalige Notrufsäulen der Stiftung, die an den deutschen Bundesstraßen standen. Zwischenzeitlich werden diese aber aufgrund der starken Mobilfunkverbreitung und der zu hohen Wartungskosten immer mehr abgebaut. Ihr prägnantes Aussehen mit hohem Wiedererkennungswert eignet sich aber um so mehr als AED-Säulen.

Die Björn Steiger Stiftung übernimmt bei jeder Aufstellung einer solchen Säule die Montage als auch eine Einweisung für das Personal in das AED-Gerät. Der Defibrillator lässt sich jedoch von jedem Laien kinderleicht bedienen; eine Audioanleitung erklärt nach dem Einschalten jeden notwendigen Anwendungsschritt. So profitieren fortan nicht nur die Mitarbeiter des real,- Marktes, sondern selbstverständlich auch die Kunden von dem neu installierten „Schockgeber“.

Die Björn Steiger Stiftung setzt sich seit den Siebziger Jahren mit ihrer Initiative „Kampf dem Herztod“ für eine Breitenausbildung von Laien in der Anwendung von Herzdruckmassagen und im Umgang mit Defibrillatoren ein. Bis 2001 waren Defibrillatoren in Deutschland weitestgehend unbekannt und zu teuer. Mit einer Abnahmegarantie für die Hersteller und einer hohen Bürgschaft halbierte die BSS die Kosten von damals bis zu 5.000 Euro für ein Gerät auf 2.500 Euro, um die Laien-Defibrillation in Deutschland bekannt zu machen. Die Stiftung stellte zudem den Stadt- und Landkreisen über 900 AEDs im Gesamtwert von 2,3 Mio. Euro für die Breitenausbildung der Bevölkerung zur Verfügung. Dadurch wurden seit 2001 mehrere hunderttausend Bürger ausgebildet und viele Firmen und Gemeinden mit Laien-Defibrillatoren ausgestattet.

Bei einem Herzversagen hat der Betroffene meist nur eine Chance, wenn Wiederbelebungsmaßnahmen innerhalb der ersten fünf Minuten durchgeführt werden. „Viele Menschen schrecken vor dem Thema 'Erste Hilfe' zurück, verdrängen es und glauben, es ginge sie nichts an. Der plötzliche Herztod kann jeden treffen, an jedem Ort und zu jeder Zeit. Deshalb freuen wir uns, dass durch diese Initiative Betroffenen im Notfall besser geholfen werden kann“, so Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. Langfristiges Ziel der Stiftung ist das Vorhandensein eines AEDs in allen öffentlichen Einrichtungen, in jeder Firma und in jedem Haushalt, um eine deutschlandweite Flächendeckung zu erreichen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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