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Magdeburg, 25.04.2013

Der Motorrad Ecall für Europa ist jetzt im Handel

Der deutsche Helmhersteller Schuberth bringt ab sofort das weltweit erste Notruf- und Ortungssystem für Motorradfahrer in den Handel. Das neue System wurde von unserem Partner erstmals unter dem Namen „RiderEcall by Schuberth“ auf der Fachmesse INTERMOT 2012 einem internationalen Fachpublikum präsentiert. Das GPS-basierte Notrufsystem besteht aus einer Motorrad- und einer Helmeinheit, die insgesamt mit fünf Sensoren ausgerüstet sind. Mithilfe der neuen GPS- und GSM-gestützten Technik werden Unfälle automatisch erkannt, Notrufe zeitgleich abgesetzt und geeignete Hilfemaßnahmen damit schneller und zielgenau eingeleitet. Das System ist nicht nur für Schuberth-Helme, sondern für Helme und Motorräder fast aller Hersteller einsetzbar. Der RiderEcall ist ab sofort in Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz einsatzbereit. Ab dem 15. Mai ist das Gerät ebenfalls in den Ländern Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Spanien und Großbritannien einsetzbar. Weitere europäische Länder sind im Laufe des Jahres geplant. Der RiderEcall kostet inklusive des 24-monatigen Sicherheitskomfortpakets 499 Euro und ist ab sofort im ausgewählten Fachhandel und ab dem 3. Mai in den Filialen der Handelskette Louis in Deutschland erhältlich.

Mehr Sicherheit für Motorradfahrer

Motorradfahrer sind im Straßenverkehr ungleich größeren Risiken und Gefahren ausgesetzt als Autofahrer. Doch während in der Automobiltechnik die aktive und passive Sicherheit in den letzten Jahren durch die Einführung zahlreicher Assistenzsysteme konsequent verbessert werden konnte, profitieren Motorradfahrer nur selten davon. Eine dieser intelligenten Innovationen sind die sogenannten eCall-Assistenten, die in der automobilen Mittel- und Oberklasse bereits Einzug gehalten haben.

Als einer der wichtigsten Innovationstreiber im Helmbereich verfolgt auch Schuberth diese Entwicklung mit großem Interesse. Bereits im Jahr 2009 wurde ein internes Entwicklungsteam aufgestellt, mit dem Ziel, das erste GPS-basierte Notruf- und Ortungssystem für Motorradfahrer zu entwickeln. Anlässlich der INTERMOT 2012 wurde der Prototyp erstmals einem breiten Publikum vorgestellt und ist nun zum Saisonstart im Handel erhältlich.

Marken-unabhängiges System

Das RiderEcall System besteht aus einer Motorradeinheit und einer Helmeinheit, die über Funk miteinander gekoppelt sind. Das System ist nicht nur für Schuberth Helme einsetzbar, sondern kompatibel für Helme und Motorräder fast aller Marken. Die Motorradeinheit wird ähnlich wie ein Navigationssystem am Lenker angebracht. Die Helmeinheit wird an der Rückseite des Helms befestigt. Insgesamt fünf Sensoren, insbesondere Beschleunigungs- und Neigungssensoren, kontrollieren kontinuierlich die Parameter der Fahrbedingungen.
Die Motorradeinheit verfügt darüber hinaus über einen integrierten GPS-Empfänger, eine integriertes GSM-Modul inklusive SIM-Karte sowie ein eingebautes Mikrofon und einen Lautsprecher.

Das Notruf-Szenario

Lösen gleichzeitig zwei oder mehrere Sensoren einen Alarm aus, wird eine Notruf-SMS an die Notruf- und Service-Leitstelle gesendet. Diese SMS beinhaltet bereits die GPS-Koordinaten und anhand der Rufnummer kann der Motorradfahrer sofort identifiziert werden. Gleichzeitig baut die Motorradeinheit eine Telefonverbindung zum Disponenten der Notrufleitstelle auf. Über den Lautsprecher und das Mikrofon wird versucht, mit dem Motorradfahrer in Verbindung zu treten. Meldet dieser Hilfebedarf oder kann ggf. gar nicht antworten, werden die GPS-Koordinaten sowie alle anderen verfügbaren Daten über die Person und den Unfallhergang sofort an die nächste Rettungsleitstelle weitergegeben. Ein Rettungswagen oder -hubschrauber macht sich sofort auf den Weg zur Unfallstelle.
Florian Schueler, Unfallforscher am Institut für Rechtsmedizin am Klinikum Freiburg, untersucht im Fachbereich Verkehrssicherheitsforschung seit rund 30 Jahren die Ursachen und Folgen von Motorradunfällen und begrüßt die Einführung des RiderEcall: „Ein wesentlicher Faktor bei der Rettung von verunfallten Motorradfahrern ist Zeit. Häufig entscheiden nur wenige Minuten über Leben und Tod. Ich bin davon überzeugt, dass mittels des automatischen E-Call-Systems geeignete Rettungsmaßnahmen künftig schneller und zielgenauer eingeleitet werden und damit Leben gerettet und potentielle Unfallfolgen minimiert werden können.“
Das gesamte Sicherheitskomfortpaket basiert auf einem 24-monatigen Abonnement, das nach Ablauf um weitere 24 Monate verlängert werden kann.

Die Partner im Projekt

Die Infrastruktur zur Verwaltung des Schuberth RiderEcall und der Notfallakte betreibt die Björn Steiger Stiftung. Mit Hilfe des Notruf-Informationssystems der Björn Steiger Stiftung können sowohl die Unfalldaten des RiderEcall als auch die im System hinterlegte Notfallakte direkt an die 112-Notrufzentralen übermittelt werden.
Die Infrastruktur für die Notruf- und Service-Leitstelle bietet Bosch Communication Center, ein Produktbereich der Bosch Sicherheitssysteme GmbH, das vergleichbare Angebote bereits für die Automobilindustrie eingeführt hat. Hier werden die Notrufe und Notruf-SMS empfangen und verifiziert sowie an die Rettungsleitstellen weitergegeben.
Die Deutsche Telekom liefert die SIM-Karten, die im Gerät integriert sind, und sorgt mit ihrem zuverlässigen Netz dafür, dass die Daten beim eCall besonders schnell ankommen. Dabei garantieren die Mobilfunknetze der Telekom sowie die der Roaming-Partner eine länderübergreifende, verlässliche Mobilfunkabdeckung.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.

Bildquelle: Schuberth GmbH
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