Presse

 
Winnenden, 27.05.2011

Björn Steiger Stiftung fordert Wiederbelebungskurse als Pflichtlernstoff

Rund 11.000 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern sind in dieser Woche im Rahmen einer landesweiten Aktion zu Lebensrettern ausgebildet worden. Der Lehrgang für alle Siebtklässler an 244 Schulen des Landes ist Bestandteil des Projekts „Retten macht Schule", das die Björn Steiger Stiftung initiiert und in Kooperation mit dem Kultusministerium und der Universität Rostock durchgeführt hat. Ziel der Spenden finanzierten Initiative ist es, im Kampf gegen den plötzlichen Herztod mehr Menschleben zu retten. Während der Aktionswoche, die am heutigen Freitag erfolgreich zu Ende ging, lernten die zwölfjährigen Schülerinnen und Schüler, einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und eine Wiederbelebung durchzuführen.

Insgesamt nahmen 10.658 Schülerinnen und Schüler aus 244 Schulen an der Aktionswoche teil. Bereits im Vorjahr waren im Rahmen der Lebensretterwoche unter der Schirmherrschaft von Kultusminister Henry Tesch rund 12.000 Siebtklässler und 300 Lehrer zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet worden. Ermöglicht wurde die diesjährige Aktion durch die beiden Partner Drägerwerk AG & Co. KGaA und HELIOS Kliniken, die die vollständige Finanzierung des Projekts übernahmen. Die Björn Steiger Stiftung stellte hierfür speziell entwickelte Übungspuppen zur Verfügung. Die Schüler konnten diese Puppen mit nach Hause nehmen, um mit Familie und Freunden ebenfalls die Wiederbelebungsmaßnahmen zu trainieren.

Wissenschaftlich begleitet wird die Kampagne durch die Universität Rostock. Nach Einschätzung von Dr. med. Gernot Rücker vom Uniklinikum sind die Wiederbelebungskurse ab der siebten Klasse sinnvoll und die Handgriffe für die Schüler problemlos erlernbar. Nach Angaben des Anästhesie-Oberarztes sinken die Überlebenschancen im Fall eines Herz-Kreislaufstillstandes ohne Wiederbelebungsmaßnahmen um zehn Prozent pro Minute. Selbst nach vorsichtiger Schätzung könnten laut Rücker jährlich 5.000 Menschen zusätzlich durch rechtzeitige Wiederbelebung gerettet werden. Jedes Jahr sterben ca. 100.000 Menschen in Deutschland am plötzlichen Herztod.

„Viele Menschen sind sich unsicher, wenn es darum geht, bei Notfällen schnell und sachgerecht Hilfe zu leisten. Unser Ziel ist es, diese Hemmschwellen abzubauen. Das ist ein langer Weg. Ich freue mich, dass Mecklenburg-Vorpommern unsere Initiative aufgegriffen hat und die Notfallausbildung als erstes Bundesland in Deutschland für alle Siebtklässler flächendeckend umsetzt. Mit dieser Maßnahme können jedes Jahr viele Menschenleben in Deutschland gerettet werden“, erklärt Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. „Ich empfehle daher den übrigen Bundesländern dringend, dem Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns zu folgen und die flächendeckende Einführung von Wiederbelebungskursen an allen Schulen zum Pflichtlernstoff zu machen“.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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