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Winnenden, 24.02.2011

Björn Steiger Stiftung benötigt keine Landesbürgschaft mehr

Eine von der Björn Steiger Stiftung (BSS) beantragte Landesbürgschaft über 1,5 Millionen Euro des Landes Baden-Württemberg wird nicht benötigt. Die Stiftung kann die Finanzierung der Unterhaltskosten von Notruftelefonen im Land selbst sichern. Zur Finanzierung der Betriebskosten von Notruftelefonen hatte das Land Baden-Württemberg im Herbst 2010 eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 1,5 Millionen Euro bewilligt. Nachdem die Stiftung mit dem Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren im Dezember 2010 gemeinschaftlich eine Regelung zur mittelfristigen Reduzierung von Notruftelefonen erarbeitet hatte, wird die Bürgschaft nicht mehr benötigt. Die Planungen sehen vor, dass in den kommenden zwei Jahren die Notruftelefone (NRT) in denjenigen Gebieten abgebaut werden, die über eine gute Mobilfunknetzanbindung verfügen.

„Diese Lösung trägt sowohl den Fragen der Notfallrettung als auch betriebswirtschaftlichen Erfordernissen angemessen Rechnung. Aufgrund der allgemeinen Mobilfunkverbreitung ist auch mit der geringeren Anzahl von Notrufsäulen weiterhin eine flächendeckende Notfallalarmierung sichergestellt“, so Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung. „Andere Bundesländer wie beispielsweise Bayern oder Nordrhein-Westfalen haben mit Blick auf die weit verbreitete Nutzung von Mobiltelefonen für Notrufe schon vor geraumer Zeit die in Landesbesitz befindlichen Notruftelefone in ländlichen Gegenden abgebaut.“

Björn Steiger Stiftung engagiert sich weiterhin für Verbesserung der Notfallhilfe

Im Fokus der Arbeit der Stiftung stehen nun Projekte wie die Entwicklung und Einführung der neuesten Generation des Baby-Notarztwagens „Felix“, der den sicheren Transport von Neugeborenen in Spezialkliniken ermöglicht, sowie die Erste-Hilfe-Initiativen „Retten macht Schule“ und das Grundschulprojekt „Sani Sanelli“ zum richtigen Verhalten in Notfallsituationen. Ziel der Initiative „Retten macht Schule“ ist es, jedes Jahr die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen zu Lebensrettern auszubilden. Bei „Sani Sanelli“ sollen bereits Grundschüler spielerisch für Notfallsituationen gerüstet werden. Fortgeführt wird ebenfalls die Initiative „Kampf dem Herztod“. Mit dieser Initiative will die BSS in ganz Deutschland weiterhin darauf aufmerksam machen, dass schnelle Herz-Lungen-Wiederbelebung und der Einsatz von Laien-Defibrillatoren nach einem plötzlichen Herzversagen zahlreiche Leben retten kann. Hier setzt die BSS auf eine entsprechende Breitenausbildung der Bevölkerung.

Ein Schwerpunkt der Stiftungsarbeit ist das Thema Handy-Notrufortung: Mit der Neuentwicklung und Einführung der nächsten Generation von Handy-Ortungsmöglichkeiten bei Anrufen in den deutschen 110/112-Notrufzentralen sorgt die Björn Steiger Stiftung dafür, dass die Leitstellen die Position des Anrufers lokalisieren können und Menschen im Notfall schneller Hilfe erhalten. „Wir setzen uns weiterhin für die Verbesserung der deutschen Notfallhilfe ein. Dazu gehört insbesondere eine weitere Verbesserung der Standortgenauigkeit bei der Notrufortung“, sagt der Präsident der Stiftung.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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