Presse

 
Oldenburg, 10.03.2011

Baby-Notarztwagen ''Felix'' für das Klinikum Oldenburg

Zahlreiche kranke Neugeborene und Säuglinge müssen in Deutschland jährlich von Kinder- und Entbindungskliniken in Spezialkliniken gebracht werden - der Transport in einem konventionellen Rettungswagen ist für diese kleinen Patienten aber nicht ungefährlich. Damit sie schonend und medizinisch optimal transportiert werden, entwickelt die Björn Steiger Stiftung (BSS) mit mehreren Partnern einen neuartigen Baby-Notarztwagen. Oldenburg soll einen solchen Baby-NAW erhalten für die zahlreichen Transporte von Emden, Nordenham, Papenburg, Westerstede, Aurich, Leer, Delmenhorst und anderen Kliniken aus der Region in das Elisabeth-Kinderkrankenhaus.

Am Samstag, 12. März 2011, zum 15.Geburtstag des Perinatalzentrums in Oldenburg, startet die Spendenaktion der Stiftung. Gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr der Stadt Oldenburg unterstützt das Kinderkrankenhaus des Klinikums Oldenburg die Aktion und ruft zu Spenden auf. Ein Baby-NAW-Modell kann am 12. März 2011 von 13-17 Uhr im Innenhof vor der Notfallaufnahme des Klinikums besichtigt werden.

„Bereits 1974 haben wir den ersten Baby-Notarztwagen entwickelt und finanziert. Seitdem hat sich einiges an der Fahrzeugtechnik verbessert, was sich im neuen in der Entwicklung über einer Million Euro teuren Fahrzeugs wiederfindet“, erklärt Melanie Storch, Pressesprecherin der BBS, „ein einzelnes Fahrzeug kostet über 200.000 Euro. Hierfür sammeln wir bundesweit, um möglichst vielen Kliniken ein solches Fahrzeug zu ermöglichen. Auch Oldenburg soll einen bekommen.“

„Im Rettungsdienst muss es immer sehr schnell gehen. Da wird viel beschleunigt und viel gebremst. Durch unzureichende Dämpfung des Fahrzeugs können Erschütterungen und Vibrationen während der Fahrt den Gesundheitszustand der kleinen Patienten negativ beeinträchtigen“, weiß Jens Spekker von der Berufsfeuerwehr der Stadt Oldenburg, „deshalb unterstützt die Feuerwehr der Stadt Oldenburg den Spendenaufruf der Stiftung."

Prof. Dr. Jürgen Seidenberg, Direktor in der Kinderklinik des Klinikums, ergänzt: „Früh- und Neugeborene sind besonders gefährdet, da die kleinen Blutgefäße im Köpfchen sehr schnell einreißen und es zu Blutungen kommen kann. Es ist deshalb günstiger, die Babys in ihrem Inkubator quer zur Fahrtrichtung zu transportieren.“ Dies ist in den bisherigen Rettungswagen nicht möglich. Außerdem werden die Schwingungen des Inkubators im neuen Baby-Notarztwagen elektronisch besonders gut gedämpft.

„Drohende Frühgeburten wollen wir natürlich immer noch am liebsten rechtzeitig im Bauch der Mutter in unsere Klinik transportiert sehen, damit die Entbindung dann direkt Wand an Wand zu unserer Neo-Intensivstation stattfinden kann. Dies ist immer noch die schonendste Art für das Neugeborene. Dennoch müssen über 100 Kinder pro Jahr wegen unvorhersehbarer Erkrankung mit einem Baby-Notarztwagen nach Oldenburg transportiert werden und dieses neuartige Fahrzeug macht den riskanten, aber notwendigen Transport für die empfindlichen Babys viel sicherer“, zeigt Prof. Seidenberg die Bedeutung des Baby-Notarztwagens für die Region auf.

Der technisch optimierte Baby-NAW ist nicht nur deutlich besser schallgedämpft, sondern erhält auch ein völlig neuartiges, aktives Dämpfungssystem. Ebenfalls optimiert sind der Tragtisch und das Fahrgestell für den quer eingebauten Transportinkubator. Neben Beatmungsgerät, Spritzenpumpen, Monitoring-Systemen sowie Sauerstoff- und Druckluftversorgung entsteht auf Grund der so genannten „Kofferbauweise“ im Innenraum Platz für weitere technische Einrichtungen.

Hintergrund
Täglich werden in Deutschland zahlreiche Risikokinder nicht wie vorgesehen in einem perinatologischen Schwerpunkt mit einer spezialisierten Neugeborenen-Intensivstation geboren. Selbst normale Schwangerschaften, die anfänglich problemlos erscheinen, können sich plötzlich während der Geburt zum Notfall für das Kind entwickeln. Ebenso unvorhersehbar verschlechtern kann sich der gesundheitlich Zustand von Babys, die primär unauffällig erscheinen, so dass sie rasch in so genannte Perinatalzentren oder auch andere Spezialeinheiten wie z.B. Herzzentren transportiert werden müssen. Ein möglichst schonender Transport mit allen Intensivbehandlungsmöglichkeiten auch während einer mehrere Stunden andauernden Fahrt muss für die kranken Babys verfügbar sein.

Rund um den 15. Geburtstag des Perinatalzentrums am 12. März 2011 sind Repräsentanten der Björn Steiger Stiftung vor Ort und suchen Förderer für den BNAW. Diese Mitarbeiter tragen spezielle Kleidung, können sich ausweisen und sammeln keine Bargeld-Spenden ein.
Unabhängig von diesem Termin können Spenden für den Baby-Notarztwagen Oldenburg und somit für die von Oldenburg aus versorgte Weser-Ems-Region mit dem Verwendungszweck Baby-NAW Oldenburg überwiesen werden an die Konto-Nr.: 4444027, BLZ 61262345, Bernhauser Bank oder online über www.steiger-stiftung.de. Dort ist auch der aktuelle Spendenstand über das Spendenbarometer zu sehen.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.
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