Presse

 
Winnenden/Schwerin, 12.03.2010

300 Lehrer lernen am 12. März in Rostock Leben retten


Im Rahmen der Lebensretterwoche zur Initiative „Retten macht Schule“ der Björn Steiger Stiftung (BSS) vom 15.-19. März 2010, in der alle Siebtklässler Mecklenburg-Vorpommerns zu potentiellen Lebensrettern ausgebildet werden, findet am 12. März 2010 in der Scandlines Arena die Schulung der Lehrer statt. Hier werden rund 300 Lehrkräfte in Herz-Lungen-Wiederbelebung geschult, um anschließend selbst ihre Klassen in der Lebensretterwoche trainieren zu können. Schirmherr der BSS-Initiative in Mecklenburg-Vorpommern ist Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Die Ausbildung der Lehrer wird neben dem Bildungsministerium von der Universität Rostock unterstützt, die „Retten macht Schule“ wissenschaftlich und beratend begleitet.

Dazu Minister Henry Tesch: „Erste Hilfe, in diesem Fall die Herz-Lungen-Wiederbelebung, muss nicht auswendig gelernt, sondern verstanden, und sich wiederholende Handgriffe verinnerlicht werden. Die Vermittlung von Grundlagenwissen schafft Voraussetzungen, aber das Üben an der Trainingspuppe beseitigt Unsicherheiten. Für die Schülerinnen und Schüler ist es wichtig, durch praktische Übungen Erfahrungswerte zu sammeln, die das Selbstbewusstsein stärken und die Hemmschwelle, helfen zu wollen, mindern. Das alles sind wichtige Faktoren für ein sicheres und schnelles Vorgehen in möglichen Notfallsituationen. Darauf bereiten wir heute zunächst die Lehrerinnen und Lehrer vor, die in der kommenden Woche ihr Wissen an die Schülerinnen und Schüler weitergeben. Lassen Sie mich auch an dieser Stelle betonen, dass unser Vorhaben, die Schülerinnen und Schüler zu potenziellen Lebensrettern auszubilden, die Vermittlung von mehr Verantwortungsgefühl und Zivilcourage ermöglicht, zwei in unserer heutigen Gesellschaft wertvolle Eigenschaften sind.“

Die Lehrer erhalten während der Ausbildung nicht nur die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten in Erster Hilfe. Die Björn Steiger Stiftung stellt jeder Lehrkraft eine eigene Übungspuppe und ein medizinisches Trainingshandbuch zur Verfügung. Genauso wie ihre Schüler lernen sie zum Beispiel einen Herz-Kreislauf-Stillstand zu erkennen, einen Notruf abzusetzen und die Herz-Lungen-Wiederbelebung effektiv durchzuführen.

Bundesweite Initiative „Retten macht Schule“ braucht Unterstützer

„Retten macht Schule“ ist ein Spenden- und Sponsoren-finanziertes Projekt der Björn Steiger Stiftung. Zahlreiche prominente Paten setzen sich unterstützend ein und helfen, Gelder für die Anschaffung der Übungspuppen und die Produktion der Schulungsunterlagen zu sammeln. Für die Umsetzung des bundesweiten Projektes benötigt die Stiftung insgesamt eine Million Übungspuppen. Eine Übungspuppe kostet 15,- Euro. Spenden können überwiesen werden an die Deutsche Bank, Verwendungszweck: Retten macht Schule, Konto 22 22 2 55 00, BLZ 600 700 70.

Björn Steiger Stiftung

Auf dem Heimweg vom Schwimmbad wurde der achtjährige Björn Steiger von einem Auto erfasst. Es dauerte fast eine Stunde bis der Krankenwagen eintraf. Björn starb am 3. Mai 1969 nicht an seinen Verletzungen, er starb am Schock. Seine Eltern Ute und Siegfried Steiger gründeten daraufhin am 7. Juli 1969 die Björn Steiger Stiftung als gemeinnützige Organisation mit dem Ziel die deutsche Notfallhilfe zu verbessern. Meilensteine dieses Engagements sind z. B. die Einführung der bundesweit kostenfreien Notrufnummer 110/112, der Aufbau der Notruftelefonnetze an deutschen Straßen, die Einführung des Sprechfunks im Krankenwagen, Aufbau der Luftrettung oder die Einführung der kostenlosen Handyortung bei Notruf. Aktuelle Initiativen widmen sich insbesondere dem Frühgeborenentransport, der Breitenausbildung in Wiederbelebung und Frühdefibrillation, der Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen, sowie der Sensibilisierung von Grundschülern für den Notfall.